Konzernumbau
Zetsche knöpft sich Management vor

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche macht bei seinem Sparprogramm auch vor der Führungsebene nicht halt. Hunderte Stellen in der Konzernzentrale könnten wegfallen. Sogar über einen Umzug wird spekuliert.

hz/mwb/HB DÜSSELDORF. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird der neue Daimler-Vorstandschef am heutigen Dienstag dem Aufsichtsrat auf einer Sondersitzung in Stuttgart seine ersten Umbaupläne vorlegen und danach die Belegschaft informieren. Die Konzernzentrale in Stuttgart-Möhringen, in der rund 5 000 Mitarbeiter beschäftigt sind, soll demnach deutlich verkleinert werden. Konkrete Zahlen legte das Management bislang nicht vor. Das "Wall Street Journal" meldet in seiner Dienstagsausgabe unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person, dass 20 Prozent der Stellen wegfallen sollen.

Nach der Streichung von 8 500 Jobs bei Mercedes macht Zetsche im Rahmen des Stellenabbaus damit auch vor den Führungskräften auf Konzernebene nicht Halt. Ein Daimler-Sprecher wollte die Informationen am Montag nicht kommentieren.

Wie das "Wall Street Journal" weiter meldet, steht auch ein Umzug der Konzernzentrale von Stuttgart in den Vorort Untertürkheim im Raum. Dort steht das Stammwerk des Konzerns mit der Entwicklungsabteilung. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Person, die mit den Planungen vertraut ist.

Im Vorstand werden zusätzlich Zuständigkeiten neu geordnet. So baut Zetsche seine Machtfülle aus und nimmt laut Unternehmenskreisen Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler die Verantwortung für die wichtige Transportersparte mit dem Flaggschiff "Sprinter" ab. Der Bereich soll künftig der von Zetsche geleiteten Mercedes-PKW-Gruppe zugeordnet werden, weil die meisten Kleintransporter über Mercedes-Händler verkauft werden.

Zetsches Sparkurs hatte Ende 2005 kurz nach seinem Amtsantritt als Mercedes-Chef begonnen. Damals kündigte er an, dass bei Mercedes-Pkw bis zum Herbst diesen Jahres 8 500 Stellen wegfallen. Das sind 10 Prozent der Belegschaft. Der Abbau der Arbeitsplätze umfasst sowohl die Produktion, als auch Management, Verwaltung und Entwicklung. Die Abfindungen lässt sich der Konzern fast 1 Mrd. Euro kosten.

Zuletzt war aus Aufsichtsratskreisen bekannt geworden, dass im Konzern noch weitere 8 000 Stellen - davon 2 000 bei den Nutzfahrzeugen - auf der Kippe stehen. Der zusätzliche Stellenabbau soll aber dadurch erfolgen, dass freigewordene Stellen nicht mehr besetzt werden.

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