Kooperartion mit heimischem Hersteller
Nissan entdeckt den indischen Markt

Nissan baut gemeinsam mit dem indischen Unternehmen Mahindra ein Werk in Chennai. So möchte der japanischer Autohersteller endlich ein Bein auf den Boden des rasch wachsenden indischen Automarktes bekommen. Auch Renault soll von der Kooperation profitzieren.

fmk TOKIO. Der japanische Autohersteller Nissan hat am Montag bekannt gegeben, bis 2009 gemeinsam mit dem indischen Hersteller Mahindra ein Werk in Indien zu errichten. In der Nähe eines Mahindra-Standorts bei der im Südosten gelegenen Stadt Chennai wird Nissan Fahrzeuge für den indischen Markt endmontieren. Die Japaner stecken 40 Mrd. Rupien (690 Mill. Euro) in das Projekt. Nissan betreibt bisher kein eigenes Werk in Indien.

Mit ihm Boot sitzt Nissans französisches Schwesterunternehmen Renault. Aus der Fabrik sollen auch Autoteile für die Lieferung an andere Standorte kommen. Innerhalb der ersten sieben Jahre nach Eröffnung will Nissan die Produktion auf 400 000 Autos jährlich hochfahren. Nissan und Renault werden je ein Viertel an einem Gemeinschaftsunternehmen zum Betrieb des neuen Standorts halten. Die andere Hälfte erhält Mahindra.

Ursprünglich hatte Nissan geplant, mit dem in Indien besonders erfolgreichen Konkurrenten Suzuki zusammenzuarbeiten. Doch anscheinend gab die gute Kooperation Renaults mit Mahindra den Ausschlag für Nissan, in das Team mit den Indern einzusteigen. Renault schließt in diesen Tagen die Vorbereitungen für den Beginn der Indien-Produktion des Billigautos Logan zusammen mit Mahindra ab. Der Logan lässt sich im Preissegment um 5 000 Euro anbieten und gilt daher als hervorragend geeignet für die indischen Kundenwünsche.

Nissan war bislang auf dem indischen Markt praktisch nicht präsent, obwohl Firmenchef Carlos Ghosn mehrfach die Wichtigkeit des Marktes betont hatte. Der Autoabsatz steigt dem dortigen Autoverband zufolge derzeit jährlich um 20 Prozent. Auch Mitbewerber Toyota, der ebenfalls auf dem Subkontinent hinterherhinkt, wird Fabriken errichten. Suzuki hält einen Marktanteil nach verkauften Autos von 46 Prozent, danach folgt das Tata-Konglomerat mit 16 Prozent. Drittgrößter Anbieter ist der koreanische Hyundai-Konzern. Honda will seinen Marktanteil erhöhen und investiert seinerseits 350 Mill. Euro in eine Produktionsanlage. Die deutschen Konkurrenten halten nur sehr kleine Anteile, planen aber ebenfalls kräftige Investitionen.

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