Kooperation bei erneuerbaren Energien
Eon verbündet sich mit Arabern

Eon hat einen kapitalstarken Partner in Abu Dhabi gefunden. Der deutsche Energiekonzern hat mit einer der staatlichen Investmentgesellschaften des Emirats, Masdar, eine umfangreiche Partnerschaft für Investitionen in erneuerbare Energien geschlossen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Abu Dhabi ist Masdar überdies an der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens interessiert.

DUBAI/DÜSSELDORF. In einem ersten Schritt beteiligen sich die Araber am Projekt „London Array“ zum Bau des weltgrößten Offshore-Windparks vor der britischen Küste. Wie beide Unternehmen am Donnerstag bekanntgaben, übernimmt Masdar einen Anteil von 20 Prozent, Eon reduziert seine Beteiligung entsprechend auf 30 Prozent, die restlichen 50 Prozent behält die dänische Dong.

Zum Investitionsvolumen machen die Unternehmen keine Angaben, Branchenkreise schätzen aber, dass es 2,5 Mrd. Pfund (3,2 Mrd. Euro) beträgt. Der Anteil von Eon würde demnach bei 750 Mio. Pfund liegen, der von Masdar bei 500 Mio. Pfund.

Die Partner wollen im Mündungsgebiet der Themse 270 Turbinen installieren, die mit einer Leistung von 1 000 Megawatt 750 000 Haushalte mit Strom versorgen können. Bis 2012 sollen zwei Drittel der Anlagen stehen.

Eon und Masdar wollen am Boom der erneuerbaren Energien teilhaben. Eon etwa hat hierzu für den Investitionszeitraum der Jahre 2007 bis 2010 ein Budget von sechs Mrd. Euro vorgesehen – ein Zehntel seiner gesamten Investitionen. So hat der Konzern bereits Windparks in den USA und Spanien gekauft und weitere Projekte in Deutschland und Großbritannien angeschoben.

Masdar ist eine Tochter der staatlichen Investmentgesellschaft Mubadala und hat sich auf Investitionen in erneuerbare Energien spezialisiert. Sie ist erklärtermaßen an deutschem Wissen interessiert, um es in den Heimatmarkt zu importieren. Die Analysten von Sal. Oppenheim begrüßten die Kooperation, weil sie die Abhängigkeit Eons von einzelnen Projekten verringere.

Die Streuung des Risikos ist sinnvoll, denn auch das Projekt London Array birgt nicht nur die Chance, vom einträglichen Geschäft steigender Strompreise zu profitieren. Verglichen mit Deutschland sind hier zwar die Rahmenbedingungen besser: Der Themse-Windpark liegt 20 Kilometer vor der Küste, bei einer Wassertiefe von zehn bis 15 Metern. Das deutsche Projekt Alpha Ventus, an dem Eon auch beteiligt ist, wird dagegen 30 Kilometer vor Borkum und in einer Wassertiefe von bis zu 40 Metern errichtet. Entsprechend höher sind die Anforderungen an Anlagen, Netzanbindung und Wartung.

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