Kooperation Eurocopter/Hermès
Der Helikopter zum Tuch

Das Modell EC 135 des Hubschrauber-Fabrikanten Eurocopter geht gewöhnlich an robuste Kundschaft wie Polizei oder Rettungsdienste. Damit der Drehflügler für solvente Privatkunden an Reiz gewinnt, hat Eurocopter ihn vom Modehaus Hermès veredeln lassen.

PARIS. Von außen betrachtet halten sich die Veränderungen an dem Hubschrauber in Grenzen: Die Landekufen haben die Form eines Parallelogramms bekommen. Wie beim echten Luxus üblich, konzentrieren sich die Verbesserungen auf die inneren Werte: Die Fluggäste sind per Trennscheibe vom fliegenden Personal getrennt. Die Klima-Anlage wurde verbessert. Und damit die Passagiere den Blick auf den Fenster genießen können, nehmen praktische Ablage-Fächer ihnen wichtige Geschäftspapiere ab.

Das so modifizierte Fluggerät aus dem Hause Eurocopter hört auf einen eher drögen Namen: EC 135. Doch die oben beschriebenen Umbauarbeiten hat ein französisches Unternehmen mit klangvollen Namen verantwortet: Hermès. Mit Hilfe des Traditionshauses will Eurocopter seinen EC 135-Hubschrauber der anspruchsvollen VIP-Kundschaft wie Konzernchefs oder reichen Privatleuten näher bringen. Der Hermès-Helikopter feiert heute in den USA auf der Flugmesse NBAA seine Weltpremiere.

„Hermès lehrt uns, die Sichtweise von anspruchsvollen Kunden zu verstehen“, sagt Philippe Harache, Nummer zwei beim Hubschrauber-Hersteller Eurocopter. Daher hat die EADS-Tochter mit der französischen Nobel-Adresse eine Kooperation abgeschlossen. Die Idee dazu ist Harache beim einem Pariser Dinner gekommen, bei dem er den Hermès-Chef traf. „Unser Haus hat sich stets für Transportmittel interessiert“, sagt François Taverne, Chef von Hermès Gainier. Die Wurzeln der 1837 gegründeten Traditionsadresse liegen bekanntlich im Pferdetransport, für den Hermès feinste Sattel fertigte.

Eurocopter hat primär eher robuste Kunden: 54 Prozent seines Umsatzes von 3,8 Milliarden Euro (Jahr 2006) macht das Unternehmen mit Militärs. Und in der Zivilsparte dominieren Käufer wie Rettungsdienste und Polizei, denen Klima-Anlagen und schöne Kufen eher egal sein dürften. Dennoch nimmt Eurocopter-Manager Harache den Mini-Markt VIP-Kunden nicht auf die leichte Schulter.

„Wir wollen jede Nische optimal bedienen und haben Nachholbedarf in diesem Kundensegment“, begründet er die Zusammenarbeit mit Hermès. Die Nische VIP-Kunden erfreut sich bemerkenswerter Wachstumsraten: Laut Eurocopter ist der Absatz von Maschinen für Geschäftsreisen in den vergangenen drei Jahren mit Raten von 30 Prozent pro Jahr gewachsen. Bis Ende August 2007 hat die EADS-Tochter bereits 126 Maschinen an diese Klientel ausgeliefert, mehr als im Gesamtjahr 2006 (111 Hubschrauber).

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