Kooperation GM/PSA: Der Peugopel ist beschlossene Sache

Kooperation GM/PSA
Der Peugopel ist beschlossene Sache

Seit Februar wurde gebrütet, wie die Kooperation zwischen GM, Opel und Peugeot mit Leben gefüllt werden soll. Jetzt ist die Entscheidung gefallen. Das deutsch-amerikanisch-französische Gemeinschaftsauto kommt.
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RüsselsheimDie beiden Autobauer General Motors und Peugeot haben ihre Allianz zur Sanierung des kriselnden Europageschäfts weiter eingegrenzt. Die amerikanische Opel-Mutter und der angeschlagene französische Konzern teilten am Donnerstag mit, sie hätten sich in ihren seit Februar laufenden Verhandlungen auf eine Zusammenarbeit bei drei Fahrzeugmodellen sowie im Einkauf geeinigt. Die Verträge seien nun unterzeichnet worden.

Vor zwei Monaten war noch von vier Modellen die Rede. Die Rüsselsheimer Marke mit dem Blitz und der französische Autobauer leiden besonders darunter, dass wegen der Schuldenkrise in Südeuropa kaum Neuwagen verkauft werden und schreiben rote Zahlen.

Ihre zuvor ebenfalls seit Monaten laufenden Gespräche über eine gemeinschaftliche Sanierung hatten Opel und Peugeot bereits im November auf Eis gelegt, weil sich die Finanzlage bei Peugeot verschlechterte und Frankreich als Gegenleistung für Staatsgarantien den Verzicht auf Massenentlassungen verlangte. Peugeot hatte 10.000 Stellen streichen und ein Werke nahe Paris dichtmachen wollen.

Gewerkschaften in Deutschland und Frankreich hatten befürchtet, dass die beiden Autobauer im Falle einer engeren Allianz noch tiefere Einschnitte vornehmen könnten als bisher schon geplant. Opel kündigte vor kurzem an, sein Werk in Bochum mit über 3000 Beschäftigten in vier Jahren zu schließen.

In den jetzt unterzeichneten Verträgen vereinbarten die beiden Autobauer die Entwicklung gemeinsamer Vans für Opel, ihre britische Schwestermarke Vauxhall und für PSA Peugeot Citroen sowie eine gemeinsame Plattform für emissionsarme Kleinwagen. Zudem ist ein kleiner Familienwagen nach dem Beispiel des Opel-Meriva geplant. Die gemeinsame Entwicklung von Mittelklassewagen nach dem Vorbild des Opel-Insignia wurde aufgegeben. Die ersten Fahrzeuge sollen bis 2016 auf den Markt kommen.

Der gemeinsame Einkauf beschränkt sich auf Europa. Anfangs hatten GM und PSA geplant, den Einkauf von Material und Teilen weltweit im Volumen von insgesamt 125 Milliarden Dollar im Jahr zusammenzulegen.

Unterdessen stutzt der Mutterkonzern einem Zeitungsbericht zufolge die Auslandsaktivitäten von Opel und übernimmt sechs Tochtergesellschaften selbst. Das Motorenwerk im ungarischen Szentgotthard, die Getriebefertigung im österreichischen Aspern, das Entwicklungszentrum im italienischen Turin, das Produktionswerk im polnischen Gliwice und Aktivitäten in Großbritannien und Russland gingen auf den Mutterkonzern über, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vorab aus ihrer Freitagausgabe unter Berufung auf Führungszirkel des Unternehmens.

Der Transfer sei Bedingung für die Fortführung eines Kredits über knapp 2,5 Milliarden Euro von GM an Opel gewesen. Ein Opel-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. "Wir werden uns niemals zu internen Angelegenheiten äußern", sagte er.

 

Kommentare zu " Kooperation GM/PSA: Der Peugopel ist beschlossene Sache"

Alle Kommentare
  • Und der VW Polo wurde wahrscheinlich in Spanien hergestellt?!
    Werde mal in die TÜV Statistiken kucken, und sie mit denen anderer technischer Überwachungsvereine, mit Langzeittestberichten und meinen eigenen Erfahrungen als Opel-Fahrer und ehemaliger VW-Fahrer vergleichen.
    Ich weiß nur, dass an jedem Auto mal etwas kaputtgehen kann. Schließlich stammen viele Teile von ausgepressten Zulieferen. Alles soll schön billig sein. Das war nicht nur bei Opel in den 90er Jahren so. Stichwort: Ignazio Lopez. Den VW bei GM abwarb, was man dann auch an der Qualität der Gölfe merkte. Aber auch Mercedes rühmte sich mit dem Vorgänger der aktuellen (nicht mehr so gut verkauften) Variante der E-Klasse nicht gerade mit überbordender Qualität. Und dann erst das Palstikamaturenbrett der C-Klasse.
    Und last bust not least: Wenn das VW-Gesetz nicht wäre, wäre VW vermutlich schon ins Ausland verkauft und würde auch nur noch dort produzieren.
    Fazit: Opels sind Gut, das GM/Opel-Management eine Katatstrophe!

  • Informieren Sie sich (und mich bitte auch) einmal darüber, welche vermeintlich aus deutscher Produktion stammenden Pkw aus ausländischer Produktion stammen.
    Beispielsweise: VW Polo, VW Sharan, Audi Q3, Opel Corsa, Mercedes Vito/Viano - alle aus Spanien.
    Mecedes ML und GL sowie BMW X5, etc aus den USA und so weiter und so forgt.
    Liebes Handelsblatt!
    Erstellt doch einmal eine übersicht, welche Autos wirklich nur in Deutschland hergestellt werden!

  • Popel ist gut ! wenn man den Citroen-Schrott noch etwas würdigen möchte: Pöpel

  • Wenn man die Politik von Frankreich und den USA konsequent betreibt müsste man alle Länder bombardieren, welche sich weigern, eine Mindstanzahl ihrer Autos zu kaufen. Sonst funktioniert dieses sozialistischen Konzept nicht.

  • "In der BRD sind die Abgaben an die staatlichen Schmarotzer zu hoch"

    Das stimmt und ist ein grundsätzliches Problem.

    Aber Opel geht es schlecht, während es bei den anderen deutschen Autobauern gut läuft. Das ist meiner Meinung nach ein Qualitätsproblem.

    Denn der Blick in die letzte Tüv-Statisitk zeigt:

    VW-Polo: Top!
    Opel: Oh je!

  • Ich sehe nicht dass es den Leuten in Frankreich und Italien s o schlecht geht. Wir schenken denen doch alles.
    Wir arbeiten und produzieren zwar viel und verschicken die tollen Autos und Maschinen dann auch. Unsere Nachbarn bestellen auch wie wild, aber die z a h l e n nicht was sie bestellt haben. Weltmeister im Export sind wir nur weil wir die Nachbarn anschreiben lassen (Target 2). Man kann dass auch Dummheit nennen, besonders wenn sogar Wirtschaftsblätter das auch noch bejubeln. Warum erhöhen wir nicht mal endlich die Preise im Export damit wir hier den Menschen wieder anständige Löhne bezahlen können? Ich sehe da Länder denen ist ein angenehmes Leben wichtiger als eine ewig positive Leistungsbilanz. Sind wir blöd?

  • 1) voll richtig!
    2) voll enttäuscht! Obwohl fast richtig.
    Vergessen Sie Ihre Südgrenze nicht, da wirkt noch einer gegen die Totengräber. Und halten Sie gegen Ihre Trampesel, welche auch noch ihr bestes Kraut versauen.

  • In der BRD sind die Abgaben an die staatlichen Schmarotzer (zu viele und zu gierige ueberfluessige Staatsbedienstete) zu hoch, das macht jede Produktion von Autos und anderen Produkten im Billigsegment unrentabel. Was koennen wir da tun?

  • Die Franzosen übernehmen selbstbewusst die Leitung und die Deutschen gehen schuldbewusst in die Werkshalle. Wenn es dann ein Deutscher mal nach oben schafft, verlegt der die Zentrale nach Toulouse (EADS). Sowas würde einem Franzosen nie einfallen, der würde von seinem eigenen Laden gelyncht.
    Das kommt davon wenn man seinen Kinder in der Schule Schuldgefühle einbläut. Dein Urgroßvater war böse und deshalb bist Du auch böse! Frankreich schickt ganz gezielt und mit Machtanspruch sehr gut ausgebildete Leute in die Organisationen, EU, Weltbank usw. und es fällt gar nicht so leicht gute qualifizierte deutsche Leute nach Brüssel zu kriegen. Vielleicht liegt es ja auch daran dass wir es immer noch nicht geschafft haben, dass da endlich "Deutsch gesprochen wird" wie ein Berliner Provinzler schon vermutete. Die Deutschen arbeiten zwar viel und fleißig aber Ihnen fehlt was in der Hose um die Interessen Ihres Landes auch gebührend durchzusetzen. Innerhalb von 2 Jahren ist OPEL gegessen, machen Sie sich eine Wiedervorlage!

  • Die Auferstehung erfolgt bekanntlicherweise erst nach dem Tod.

    Noch ist der Patient Deutschland am Leben, umringt aber von Totengräbern.

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