Kooperation hätte bedeutende Auswirkungen
GM, Renault und Nissan prüfen Allianz

Renault- und Nissan-Konzernchef Carlos Ghosn und General Motors-Chef Rick Wagoner haben am Freitagabend (Ortszeit) ein Sondierungsgespräch geführt. Sie berieten dabei über die Möglichkeit einer industriellen Allianz zwischen den drei Unternehmen.

HB DETROIT. Sie wollen innerhalb von 90 Tagen eine Prüfung der Allianz vornehmen. Anschließend solle erwogen werden, ob weitere Untersuchungen des Allianz-Konzepts gerechtfertigt seien, gaben die drei in Detroit bekannt.

Eine Allianz zwischen den drei Autoriesen könnte bei einer Realisierung die globale Autoindustrie nach Ansicht von Marktkennern von Grund auf verändern. Die drei Autohersteller bringen es gemeinsam auf einen globalen Absatz von mehr als 15 Millionen Autos, auf einen weltweiten Marktanteil von fast einem Viertel und auf einen Gesamtumsatz von rund 327 Milliarden Dollar.

GM, Renault und Nissan wollen „bei einer schnellen und vertraulichen Prüfung“ der potenziellen Vorteile einer solchen Allianz für jede der Gesellschaften kooperieren und prüfen, welche Möglichkeit es für eine Realisierung gibt. „Wir haben heute gute Diskussionen gehabt und blicken nach vorn, um unsere Teams gemeinsam unsere Ideen untersuchen zu lassen“, teilten Wagoner und Ghosn in einer kurzen gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen mit. Es sei wichtig, die Teams bei dieser Prüfung ohne Ablenkung arbeiten zu lassen. Deshalb werde man zu diesem Zeitpunkt keine weiteren öffentlichen Kommentare abgeben.

Wagoner führt den wegen seines schwachen nordamerikanischen Geschäfts angeschlagenen US-Autokonzern GM. Ghosn ist gleichzeitig Boss des französischen Autokonzerns Renault und des japanischen Autoherstellers Nissan. Er gilt als einer der erfolgreichsten Automanager der Welt.

Eine Allianz zwischen den drei Unternehmen war vor zwei Wochen von dem GM-Großaktionär Kirk Kerkorian und seiner Investmentfirma Tracinda vorgeschlagen worden. Kerkorian hält 9,9 Prozent der Aktien des globalen Branchenführers. GM hatte im vergangenen Jahr wegen einen Verlust von 10,6 Milliarden Dollar verbucht.

Ghosn hatte es vor dem Treffen mehrfach klar gemacht, dass er neben seinen Posten als Konzernchef bei Renault und Nissan nicht auch noch GM führen wolle und auch keine Übernahmeabsichten für GM habe.

Wagoner hatte sich zu der Prüfung potenzieller Vorteile von Allianzvorschlägen bereit erklärt. Er insistierte jedoch im Vorfeld des Treffens mit Ghosn, dass sich GM nicht von den eigenen Sanierungsplänen ablenken lassen dürfe. GM will angesichts seiner schlechten Verkaufslage in Nordamerika ein Dutzend Fabriken schließen. GM hat sich bereits auf Vorruhestands- und Abfindungsprogramme für 35 000 amerikanische GM-Bedienstete geeinigt. Die GM-Aktien sind am Freitag um drei Prozent auf 27,47 gefallen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%