Kooperation im Kleinwagensektor
Daimler sucht Partner bis zum Frühjahr

Seit Monaten verhandelt Daimler mit BMW und anderen Autobauern über kostensparende Kooperationen. Jetzt benannte ein Spitzenmanager erstmals ein konkretes Zeitfenster für die Entscheidung – und zerschlug damit Spekulationen über einen Abschluss noch in diesem Jahr.

FRANKFURT. Die Verhandlungen des Autokonzerns Daimler über eine mögliche Kooperation im Kleinwagensektor gehen auf die Zielgerade. "Wir werden im Frühjahr 2008 eine Richtungsentscheidung über eine mögliche Kooperation beim Nachfolger der A- und B-Klasse treffen“, sagte Daimler-Vorstand Thomas Weber dem Handelsblatt am Rande der Jahrestagung in Frankfurt. "In diesem Jahr passiert da sicher nichts mehr.“ Die Gespräche mit Wettbewerbern liefen, aber es sei noch nicht entschieden, ob Daimler mit einem Partner zusammenarbeiten werde.

Erstmals nennt ein Daimler-Spitzenmanager damit ein konkretes Zeitfenster für die Kooperationsgespräche. Weber zerschlug damit Spekulationen, die seit Monaten dauernden Sondierungsgespräche könnten noch 2007 einen Abschluss finden. Ein Automagazin hatte berichtet, eine Partnerschaft werde noch vor Weihnachten verkündet.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte bereits vor Monaten bestätigt, dass Daimler mit BMW und anderen Autobauern über kostensparende Kooperationen beispielsweise bei konventionellen Verbrennungsmotoren verhandelt. Als Favorit für eine Kooperation gilt der bayerische Konkurrent. Neben den Bayern gibt es aber auch Gespräche mit dem italienischen Autobauer Fiat. Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte am Montagabend betont, dass die Gespräche nicht beendet seien. Daimler-Vorstand Weber wollte die Gespräche mit Fiat und BMW dagegen nicht näher kommentieren.

BMW hatte Daimler bereits angeboten, sich an seinem Motoren-Bündnis mit dem französischen Hersteller Peugeot zu beteiligen. Zetsche trimmt den Konzern augenscheinlich weiter auf Rendite, und damit rücken die kostengünstigsten Lösungen in den Fokus. So hat der Konzern für alle Geschäftsfelder Effizienz-Programme gestartet.

Bei den Gesprächen mit BMW geht es um die von BMW entwickelten und von Peugeot produzierten Vierzylinder-Motoren mit Direkteinspritzung, die Mercedes beim 2011 geplanten Nachfolger der A- und B-Klasse einsetzen könnte. Bisher kooperieren BMW und der Mercedes-Mutterkonzern Daimler lediglich in einzelnen technischen Bereichen wie der Entwicklung des Hybridmotors. Beide Hersteller wollen jedoch angesichts der Klimadebatte in Zukunft eine führende Rolle bei emissionsarmen und umweltfreundlichen Fahrzeugen einnehmen. Insbesondere im margenschwachen Kleinwagen-Segment lassen sich durch Motoren-Kooperationen deutliche Kostenvorteile erzielen, da häufig allein die nötigen Stückzahlen fehlen, um die Aggregate günstig herstellen zu können.

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