Kooperation mit Partner SAIC
VW plant Hybrid-Auto nur für China

Europas größter Autobauer Volkswagen will gemeinsam mit seinem chinesischen Partner SAIC ein Auto mit Hybrid-Antrieb entwickeln. Das Treibstoff sparende Fahrzeug soll aber wohl nicht nach Deutschland rollen. Dabei beflügeln die hohe Ölpreise auch hierzulande die Nachfrage nach Hybrid-Autos.

HB SCHANGHAI/HAMBURG. Die ersten Fahrzeuge mit kombiniertem Antrieb aus Elektro und Verbrennungsmotor sollen während der Olympischen Spiele 2008 in Peking eingesetzt werden. „Wir erwarten, dass die Produktion in großem Umfang vor der Weltausstellung im Jahr 2010 in Schanghai beginnen wird“, teilte Chinas größter Autoproduzent SAIC am Donnerstag mit. Entwickelt werden soll das Fahrzeug auf Basis des Kompaktvans Touran parallel in Wolfsburg und Schanghai. Eine entsprechende Absichtserklärung sei am Donnerstag in Wolfsburg unterzeichnet worden, teilte VW mit. Ein Export sei nicht vorgesehen, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Volkswagen arbeite weiter ohne Partner an der Entwicklung eines Hybrid-Antriebs für den Markt in Europa und den USA, sagte ein VW-Sprecher am Donnerstag in Wolfsburg.

SAIC arbeitet bereits mit dem weltgrößten Autohersteller General Motors (GM) an der Entwicklung von Hybrid-Antrieben und Brennstoffzellen zusammen. Das gemeinsame Projekt von Volkswagen und seinen chinesischen Partnern sei „ein Meilenstein auf dem Gebiet der Fahrzeugentwicklung in China“, teilte VW weiter mit. Es sei die erste eigene aktive Entwicklung von Hybrid-Technologie eines internationalen Unternehmens in China unter gleichzeitiger Nutzung lokaler Technologien im Batterie- und Energiemanagement.

In Europa und den USA will VW wie andere europäische Autobauer bis 2007 eigene Hybrid-Modelle auf den Markt bringen, um zu der bislang bei dieser Technik führenden japanischen Konkurrenz aufzuschließen. Die drei Autobauer Daimler-Chrysler, GM und BMW bilden bereits eine Allianz mit diesem Ziel. Auch die beiden Zulieferer Continental und ZF Friedrichshafen haben angekündigt, gemeinsam Hybrid-Antriebe zu entwickeln und ab 2007 den Autoherstellern anzubieten. Dagegen arbeitet VW bislang allein an der Entwicklung für die hiesigen Märkte. Die VW-Aktie verlor am Donnerstag in einem weitgehend unveränderten Umfeld 0,65 % auf 44,67 €.

Hybrid-Motoren treiben konventionelle Autos bei niedrigen Geschwindigkeiten, etwa in der Stadt, mit einem Elektromotor an. Für Langstreckenfahrten nutzen die Fahrzeuge den Verbrennungsmotor. Die Technik gilt wegen geringerer Emissionen und niedrigeren Treibstoffverbrauchs als zukunftsweisend. Der japanische Autobauer Toyota bietet mit dem Modell Prius ein Hybrid-Modell bereits erfolgreich in den USA an. Auch Honda hat solche Modelle im Angebot. Dagegen haben die großen amerikanischen und europäischen Autobauer bislang auf die Effizienzsteigerung von Verbrennungsmotoren und Diesel-Aggregaten gesetzt. Von den Erfolgen der Japaner aufgeschreckt, setzen sie nun zur Aufholjagd an. Experten erwarten, dass diese Technologie wegen der hohen Benzinpreise hier zu Lande auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA), die kommende Woche in Frankfurt beginnt, eine wichtige Rolle spielen wird.

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