Kooperation mit Volvo
Siemens mischt beim Elektroauto mit

Siemens drängt zurück in die Autoindustrie. Der Elektronikkonzern steigt mit Macht ins Geschäft mit Elektroautos ein - und hat sich mit Volvo einen prominenten Partner gesucht. Und damit wird sich Siemens nicht begnügen.
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DüsseldorfDer Elektrokonzern Siemens und der schwedische Autobauer Volvo wollen künftig gemeinsam Elektroautos entwickeln. Es sei eine umfassende strategische Kooperation vereinbart worden, teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Zusammen sollen die elektrische Antriebs- und Ladetechnik sowie die Leistungselektronik weiterentwickelt und der Einbau des E-Antriebs in das Volvo-Modell C30 vorangebracht werden. Schon zum Jahresende 2011 sollen Testfahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein. Ab der zweiten Jahreshälfte 2012 sollen dann bis zu 200 Fahrzeuge an den Siemens-Konzern gehen, um sie auf ihre Alltagstauglichkeit zu prüfen.

„Unser langfristiges Ziel ist es, Siemens mit Lösungen außerhalb und innerhalb der elektrischen Fahrzeuge als globalen Systemanbieter zu etablieren“, sagte Siemens-Vorstand Siegfried Russwurm. Siemens will über die Partnerschaft seine industrielle Führung bei der elektrischen Antriebstechnik auf den Automobilmarkt ausdehnen, hieß es. Damit könnte Siemens von der Stromerzeugung, über den Bau von Stromnetzen bis hin zur E-Mobilität sein Angebot abrunden.

Erst vor vier Jahren hatte sich Siemens mit dem Verkauf der Tochter VDO an Continental aus der Autoindustrie zurückgezogen. Doch die Partnerschaft mit Volvo macht für Jürgen Pieper, Autoanalyst beim Bankhaus Metzler, sehr deutlich: „Siemens will zurück in die Autobranche und sich dort als ernsthafter Anbieter von Elektromotoren etablieren.“

Bei der jetzt verkündeten Kooperation geht es aus seiner Sicht vor allem um die Signalwirkung und ums Image: „Die beiden Unternehmen wollen der Welt verkünden: Wir machen bei Elektromobilität viel.“ Für Volvo sei Siemens ein großer Name. Umgekehrt ist er überzeugt: „Siemens wird sich nicht exklusiv mit Volvo verbünden, sondern sich weitere Partner suchen.“

Siemens hat eine lange Geschichte im Bau von Elektroautos. Bereits 1905 produzierte das Unternehmen ein eigenes Modell. Die „Victoria“ wurde seinerzeit vor allem als Hoteltaxi in Berlin eingesetzt. Im vergangenen Jahr war es mit einem Nachbau des historischen Fahrzeugs zu einem tödlichen Unfall gekommen. In der Folge hatte sich Siemens in der Öffentlichkeit mit Aktionen zur Elektromobilität zunächst zurückgehalten. Außerdem verfügt der Münchner Dax-Konzern bereits über umfangreiche Erfahrungen mit elektrischen Antrieben bei der Bahn und Hybridbussen.

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  • Siemens trat einige Jahre als Zulieferant für die Automobilindustrie auf. Dann haben sie den ganzen Bereich abgestossen. Jetzt steigen sie auf einmal wieder ein...das verstehe wer will. Stimme @m.g71 zu, das Siemens Management gehört zu den Schlechtesten.
    Elektroautos sind ja im Grunde genommen eine sehr gute Sache, aber die Frage ist: wie wird der Strom für die E-Autos produziert ? Strom aus Kohle-und Gaskraftwerken ist wegen des CO2-Ausstosses Schwachsinn.....aus der Atomkraft steigen wir aus....also bleibt ja nur die regenerative Energie......ob da die Produktion der Energie der Nachfrage standhält ? Vielleicht findet dann auch die Industrie eine brauchbare Lösung für die Speicherung, damit die Reichweite der E-Autos steigt.
    Bin gespannt auf die nächsten 10 Jahre, wie sich dann der Ölpreis entwickelt, wenn der Anteil der E-Autos steigt......

  • Das Siemens Management gehört seit Jahren zum Schlechtesten. Die Fehleinschätzungen dieser Herren sind schon legendär.

  • Das Wohl und Wehe der angedachten E-Mobilität hängt an den noch zu teuren Batteriesätzen. Deshalb ist es ratsam für lange Strecken die Magnetschwebetechnik zu verwenden. Damit auf derartigen Strecken ab Inbetriebnahme alle Fahrzeuge verkehren können, sind zusätzliche Fahrlafetten und Dogs bereitzustellen. Eine Maut sollte in Höhe der ersparten Treibstoffkosten bemessen werden.

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/192/2/

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/202/2/

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