Kooperation soll ausgebaut werden
MAN soll Motoren für Volkswagen liefern

Der Münchener MAN-Konzern soll enger mit seinem Großaktionär Volkswagen zusammenarbeiten. Nach der bereits 2006 vereinbarten Kooperation im Vertrieb laufen jetzt Gespräche über die Lieferung von MAN-Motoren. Volkswagen könnte bei einem erfolgreichen Abschluss MAN-Motoren in seine schweren LKW in Brasilien einbauen.

MÜNCHEN. Denkbar sei auch ein eigenes Motorenwerk in Südamerika. Offiziell wollten sich die Konzerne nicht zu den Gesprächen äußern. „Kein Kommentar“ hieß es auf Anfrage bei MAN Nutzfahrzeugen und Volkswagens Nutzfahrzeugsparte in Hannover. VW verwies auf zwei bestehende Motorenlieferanten. „Sollten andere günstigere Angebote abgeben, werden wir diese gern in unseren Lieferantenpool aufnehmen“, sagte ein VW-Sprecher.

Volkswagen ist seit 2006 mit knapp dreißig Prozent dominierender Aktionär des Münchener Mischkonzerns MAN. Seit dem vergangenen Jahr betreiben beide Unternehmen vier Service- und Vertriebsstandorte in Deutschland. „Die Kooperation soll ausgebaut werden, auch im Ausland“, sagte ein MAN-Sprecher. Die Modellpalette der beiden Unternehmen ergänzt sich perfekt. VW bietet in Europa keine schweren LKW an, MAN hat keine leichten Nutzfahrzeuge wie den VW-Transporter Crafter im Programm.

Eine Motorenlieferung für die VW-Truck-Tochter in Brasilien würde die Kooperation in eine neue Dimension heben. Im Jahr 2007 verkaufte Volkswagen 38 600 in Brasilien hergestellte schwere Trucks unter dem Namen Constellation. VW Nutzfahrzeuge setzte insgesamt rund 489 000 Fahrzeuge ab, ein Plus von knapp elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sollte MAN die Motoren liefern, müssten die Münchener in Brasilien eine eigene Fabrik errichten. Das MAN-Motorenwerk in Nürnberg ist derzeit mit der Fertigung für die eigene LKW-Produktion voll ausgelastet. Zudem lohnt sich ein Transport der Motoren von Deutschland nach Südamerika nicht. Bisher stammen die Motoren vom US-Produzenten Cummings und vom brasilianischen Hersteller MWM. Der VW-Sprecher verwies darauf, dass es in der LKW-Branche üblich sei, mit Konkurrenten über Kooperationen bei Komponenten zu sprechen. Im brasilianischen Werk Resende sind acht Zulieferer wie das deutsche Unternehmen VDO, das zum Continental-Konzern gehört, direkt in die Fertigung eingebunden. Die Aussicht einer Allianz beflügele die Gespräche mit MAN, hieß es in Unternehmenskreisen. Ursprünglich hatte VW gehofft, Motoren für seine Constellation-Reihe von Scania zu erhalten. Volkswagen ist bei dem schwedischen MAN-Rivalen mit 34 Prozent beteiligt. Doch die Verhandlungen verliefen ohne Ergebnis, Scania und VW sind Konkurrenten in Südamerika.

Vor allem MAN hofft, mit der VW-Allianz in Südamerika seine Position verbessern zu können. Die Münchener haben nach ihrem gescheiterten Versuch, den Rivalen Scania zu übernehmen, die Initiative verloren. Das Verhältnis zum Großaktionär VW ist nach wie vor diffus: Die Wolfsburger haben Ende 2006 das 10,3 Mrd. Euro schwere Kaufangebot von MAN an Scania nicht unterstützt und hinter dem Rücken von Konzernchef Hakan Samuelsson 20 Prozent von MAN übernommen. Seitdem arbeiten alle Parteien an einer „einvernehmlichen Lösung“. Faktisch sind sich alle Seiten aber seit einem Jahr kaum näher gekommen. Vor allem Scania-Chef Leif Östling wehrt sich gegen einen LKW-Konzern, der aus Deutschland gesteuert würde.

An anderer Stelle ist VW weiter. Der Erfolg des Transporters Crafter hatte zu Lieferengpässen geführt. 2007 wurden weltweit rund 46 100 Crafter ausgeliefert – 10,4 Prozent mehr als 2006. Das mit dem Mercedes Sprinter baugleiche Modell wird von Daimler in Ludwigsfelde und Düsseldorf gebaut. Jetzt hat VW eine Vereinbarung mit Mercedes getroffen, die Produktionszahlen des Crafter schrittweise anzuheben, teilte das Unternehmen gestern auf Anfrage mit.

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