Kooperationen
Mercedes lässt BMW abblitzen

Erstmals hat jetzt ein führender Daimler-Chrysler-Manager den Vorschlag von BMW zurückgewiesen, enger zu kooperieren. BMW hatte Mercedes zuletzt im Duell um Platz eins im Premiumsegment geschlagen. Die aufgeflammte Umweltdebatte in der Branche könnte die Fronten allerdings verschieben.

FRANKFURT. Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat unterkühlt auf einen Vorstoß des Erzrivalen BMW für eine engere Kooperation mit Mercedes reagiert. „Wir kooperieren natürlich in einzelnen technischen Bereichen wie der Entwicklung von Hybridantrieben mit BMW. Zu darüber hinausgehenden Kooperationen gibt es derzeit keine Pläne“, sagte Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier dem Handelsblatt.

Maier ist der erste Manager aus der Daimler-Führungscrew, der sich zu dem Vorschlag aus München äußert. BMW-Vertriebschef Michael Ganal hatte sich jüngst für eine engere Kooperation zwischen den Premiummarken ausgesprochen. „Wir waren in Stuttgart überrascht von der Aussage von BMW. Es ist kein Geheimnis, dass wir uns im Markt für Premiumfahrzeuge einen intensiven Wettbewerb liefern“, sagte Maier weiter.

Analysten können den Korb von Mercedes in Richtung BMW durchaus nachvollziehen. „Mercedes hat im Gegensatz zu BMW überhaupt keinen Leidensdruck in dieser Frage, weil die Situation der beiden Hersteller völlig unterschiedlich ist“, sagte Auto-Analyst Albrecht Denninghoff von der Commerzbank. Während BMW seine Hausaufgaben bei Effizienz und Produktivität schon gemacht habe, wären die Potenziale bei Mercedes auch nach der Trennung von Chrysler noch lange nicht ausgeschöpft. BMW hatte Mercedes zuletzt im Prestigeduell um den Thron im Premiumsegment auf den zweiten Platz verwiesen.

Die aufgeflammte Umweltdebatte in der Branche könnte allerdings Bewegung in dieses Duell bringen, da beide Hersteller dieses Gebiet als neues Wettbewerbsfeld ausgemacht haben. BMW denkt unter der Formel „Strategieprozess 2018“ darüber nach, wie es seinen öffentlichen Auftritt mehr in Richtung Umwelt- und Effizienzthemen lenken kann. Aber auch Daimler will bei umweltschonenden Technologien stärker einen Führungsanspruch erheben. „Ich bin hier guten Mutes, dass wir uns an die Spitze der Bewegung setzen können und unsere Innovationskraft eindrucksvoll unter Beweis stellen werden“, sagte Maier.

Die anhaltende CO2-Debatte und die unklare Situation bei der KFZ-Steuer haben auf dem deutschen Automarkt die Privatkäufer stark verunsichert. „Die Flaute auf dem deutschen Markt ist von uns allen so nicht erwartet worden“, sagte Maier. Mercedes-Benz sei noch sehr gut davongekommen, was die Marke auch dem erfolgreichen Anlauf der neuen C-Klasse zu verdanken habe. „Insgesamt werde ich nicht an der Prognose rütteln, dass die Mercedes Car Group im laufenden Jahr weltweit einen neuen Rekordabsatz vorlegen wird.“

Seite 1:

Mercedes lässt BMW abblitzen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%