Kooperationen zahlen sich aus: Morphosys 2004 schreibt schwarze Zahlen

Kooperationen zahlen sich aus
Morphosys 2004 schreibt schwarze Zahlen

Die Biotechnologiefirma Morphosys hat 2004 überraschend erstmals die Gewinnzone erreicht und damit besser abgeschnitten als vom Vorstand prognostiziert. Die Änderung des Geschäftsmodells hin zu mehr Kooperationen mit großen Pharmapartnern trägt damit erste Früchte.

HB FRANKFURT. Der Jahresüberschuss habe vorläufigen Zahlen zufolge 500 000 € betragen nach einem Verlust von 4,1 Mill. € im Jahr davor, teilte die im Börsenindex TecDax gelistete Firma am Sonntag mit. Der Umsatz stieg auf 22 (Vorjahr: 15,3) Mill. €. „Umsatz und Jahresüberschuss liegen damit über den früheren Prognosen des Managements“, resümierte der Konzern. Beim Umsatz hatte der Vorstand 21 Mill. € in Aussicht gestellt, netto erwartete die Morphosys-Führung noch einen Verlust von 1,8 Mill. €. „Wir sind sehr erfreut darüber, bereits 2004 - ein Jahr früher als geplant - die Gewinnschwelle erreicht zu haben“, kommentierte Finanzvorstand Dave Lemus das Ergebnis. Firmenchef Simon Moroney hatte schwarze Zahlen erst für dieses Jahr angekündigt.

Eine Konzernsprecherin erklärte den Gewinn mit einer „positiven Geschäftsentwicklung dank mehrerer Kooperationen“. Zudem habe sich die inzwischen günstigere Kostenbasis nach einer umfangreichen Restrukturierung positiv ausgewirkt. Die liquiden Mittel zum Jahresende 2004 gab Morphosys mit 37,2 Mill. € an, verglichen mit 23,2 Mill. vor Jahresfrist.

Morphosys hatte 2003 sein Geschäft umgebaut und entschieden, Substanzen nicht mehr selbst in die klinische Forschung zu bringen. Der Schritt war an der Börse zuerst mit Enttäuschung aufgenommen worden, inzwischen konnte sich Morphosys aber behaupten: Binnen eines Jahres hat sich der Aktienkurs fast verdreifacht, derzeit notiert das Papier bei gut 40 €.

Morphosys setzt auf Kooperationen mit anderen Firmen, die Substanzen einlizenzieren und somit die kostspieligen klinischen Studien finanzieren. Dafür erhält Morphosys dann Zahlungen für erreichte Forschungsziele und Tantiemen, sollte aus der Entwicklung ein Produkt auf den Markt kommen. Derzeit kooperiert Morphosys mit Branchengrößen wie Pfizer oder der Schweizer Novartis, die knapp zehn Prozent an Morphosys besitzt. Auch die deutschen Pharmaunternehmen Schering, Bayer und Boehringer Ingelheim nutzen die Technologie von Morphosys.

Das Unternehmen mit Sitz nahe München wies darauf hin, dass es seinen geprüften Jahresabschluss am 25 Februar nicht wie bisher nach US-GAAP vorlegen wird, sondern nach dem neuen Bilanzierungsstandard IFRS. Danach hätte der Umsatz ebenso 22 Mill. € betragen, der Nettogewinn aber nur 300 000 €.

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