Kooperationen zum Bau weiterer Anlagen
Stromkonzerne RWE und Eon setzen in Großbritannien auf Biomasse

Großbritannien erlebt derzeit einen wahren Bauboom für Biomasse-Kraftwerke: Günstige rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen auf der Insel helfen der Öko-Energie. Die deutschen Stromkonzerne RWE und Eon tragen maßgeblich dazu bei, den Anteil der Biomasse zu steigern.

LONDON. Die deutschen Stromkonzerne RWE und Eon tragen maßgeblich dazu bei, den Anteil der Biomasse an der britischen Energieversorgung zu steigern. RWE gab am Freitag den Kauf einer Projektgesellschaft bekannt, die ein Biomassekraftwerk im mittelenglischen Lincolnshire baut. Darüber hinaus ging die Konzerntochter RWE Innogy eine Kooperation mit der Biomasse-Firma Helius Energy für den Bau weiterer Anlagen ein.

Großbritannien erlebt derzeit einen wahren Bauboom für Biomasse-Kraftwerke. Innerhalb weniger Monate kündigten neben RWE und Eon der walisische Stromversorger GEC, der Chemiekonzern Ineos, der Spirituosenhersteller Diageo, die Lebensmittelfirma Tate & Lyle und die Supermarktkette Tesco Millionen-Investitionen in solche Anlagen an.

Biomasse machte 2007 laut Angaben des Wirtschaftsministeriums 82 Prozent der in Großbritannien genutzten erneuerbaren Energien aus. Mehr als ein Drittel davon sind Gase aus Deponien und Kläranlagen. Hier ist das britische Unternehmen Infinis führend, das dem Finanzinvestor Terra Firma gehört. Etwa ein Achtel der Biomasse wird als Beifeuerung in Kohlekraftwerken eingesetzt. Auch Biotreibstoffe und heimische Holzkamine zählen in der Statistik. In Biokraftwerken werden zum Teil eigens angebaute Energiepflanzen und Stroh verfeuert. Den größeren Teil machen aber Stoffe aus, die bisher auf Deponien landeten: pflanzliche und tierische Abfälle sowie Holzreste aus Bau, Abriss und Industrie.

Diageo etwa will getrocknete Getreide- und Hefeabfälle der Destillerie im schottischen Cameronbridge in einem Biokraftwerk verbrennen, um das Werk mit Energie zu versorgen. Mit einem Einsatz von 65 Mill. Pfund (82 Mill. Euro) will der Konzern so 56 000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen. Ineos investiert 300 Mill. Pfund, um das größte Müllkraftwerk des Landes bei Liverpool zu bauen. Es soll per Kraft-Wärme-Koppelung 100 Megawatt Strom und 360 Megawatt Wärme erzeugen.

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