Koreanerin hat Münchener Marke restrukturiert
Luxusmarke MCM kommt wieder

Die in Verruf geratene und vom Markt nahezu verschwundene Münchener Luxusmarke MCM steht vor ihrem Comeback. Die Koreanerin Sung-Joo Kim hat MCM seit der Übernahme vor einem Jahr restrukturiert und der Marke mit dem Lorbeerzweig ein neues, jüngeres Erscheinungsbild verpasst. Der Neustart kommt zur rechten Zeit.

BERLIN. „Die Neuausrichtung macht MCM auch wieder in Deutschland und Europa attraktiv. In den nächsten drei Jahren werden wir den Umsatz von derzeit rund 100 auf 500 Mill. Euro steigern“, kündigte Kim im Gespräch mit dem Handelsblatt an. Ausgangspunkt des Neustarts sei Deutschland.

Das neue Flaggschiffgeschäft eröffnete MCM jüngst am Kurfürstendamm in Berlin. Der zweite noch existierende Laden in Europa auf der Düsseldorfer Königsallee soll im Frühjahr 2007 neu eröffnet werden. Kim plant, im kommenden Jahr insgesamt 20 neue Filialen in Europa und dem Mittleren Osten zu eröffnen, sowie 20 weitere in Asien. Bis dato gibt es von MCM drei eigene Filialen weltweit sowie 183 Verkaufspunkte im Handel. Finanzieren will die Koreanerin die Expansion zunächst aus eigener Kasse, mittelfristig möchte sie sie aber über einen Börsengang finanzieren.

Der Neustart von MCM kommt zur rechten Zeit. Der Markt für Luxusgüter boomt. Dem World Wealth Report zufolge wächst die Zahl der Superreichen weltweit stärker denn je – vor allem in Asien. Und auch in Deutschland steigt die Lust auf Luxus. Der TopLevel Studie 2006 des Instituts für Demoskopie Allensbach zufolge wächst nicht nur die Konsumfreude allgemein, sondern über breite Bevölkerungsschichten auch die Faszination für Luxusmarken.

Mit einer halben Milliarde Euro Umsatz würde MCM in die Riege der internationalen Luxusmarken wie Montblanc und Escada vorstoßen und kleinere deutsche Häuser wie Aigner oder Goldpfeil weit hinter sich lassen. Ihre goldenen Zeiten hatte die im Jahr 1976 von Michael Cromer gegründete Taschenmarke in den 90er Jahren. Damals war sie global aufgestellt, machte einen Umsatz von rund 350 Mill. Euro, und setzte mit ihrer Logomanie und Opulenz Trends. Doch das Image der „Moderne Creation Munich“ sank mit den Exzessen des Gründers, so dass die Marke nicht mehr salonfähig war – zumindest in Deutschland.

In Asien blieb die Marke erfolgreich, insbesondere in Südkorea, wo MCM bis heute stärker ist als etwa die Shootingstars der Branche Louis Vuitton und Gucci. 90 Mill. Euro und damit der Löwenanteil des Umsatzes soll auch 2006 wieder aus Asien kommen. „Das Image von MCM ist nur in Deutschland ramponiert, in Asien ist der Ruf tadellos“, sagt Christina Schmid-Preissler von der gleichnamigen Unternehmensberatung.

Seite 1:

Luxusmarke MCM kommt wieder

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%