Koreanischer Ex-Daimler-Partner expandiert mit chinesischer Jianghuai Automobile
Hyundai Motors baut in China Lastwagen

Wenige Monate nach dem endgültigen Aus für das gemeinsame Lastwagen-Unternehmen von Daimler-Chrysler und Hyundai Motors versuchen die Koreaner nun, allein auf dem chinesischen Nutzfahrzeugmarkt zu wachsen. Hyundai Motors kündigte gestern an, mit der chinesischen Jianghuai Automobile Corp. ein Gemeinschaftsunternehmen für Nutzfahrzeuge zu gründen. Bis Ende des Jahres sollen die Verträge unterschrieben sein.

bas TOKIO. Insgesamt wollen beide Hersteller in das Joint Venture, an dem jeder Partner 50 Prozent hält, rund 780 Mill. US-Dollar (644 Mill. Euro) investieren. Bis 2010 soll das Unternehmen jährlich 90 000 Lastwagen, 10 000 Busse und 50 000 Nutzfahrzeugmotoren produzieren. Start der Produktion soll 2006 sein.

Hyundai Motors hat sich für den chinesischen Markt hohe Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2008 wollen die Koreaner gemeinsam mit ihrer Tochter Kia, an der Hyundai rund 37 Prozent hält, insgesamt eine Million Nutz- und Personenwagen im Reich der Mitte herstellen.

Mit einem Produktionsstart für die Lastwagen im Jahr 2006 kommen die Koreaner zudem nicht allzu spät hinter ihrem ehemaligen Partner auf den Markt. Daimler-Chrysler will vom Ende des kommenden Jahres an mit seinem Partner Beiqi Foton Nutzfahrzeuge in China bauen. Dabei denken die Stuttgarter eigenen Angaben zufolge auch an den Export dieser Fahrzeuge auf andere Märkte. Es wird erwartet, dass in dieses Joint Venture auch die japanische Tochter Fuso eingebunden wird. Daimler-Chrysler stellt zudem in einem weiteren Joint Venture 40 000 Transporter jährlich her.

Bei den Personenwagen hat Hyundai Motors seit 2002 ein 50-50-Gemeinschaftsunternehmen mit Beijing Automotive Industry Holdings. Bis zum kommenden Sommer soll die Produktionskapazität dort auf 300 000 Fahrzeuge verdoppelt werden. Die Koreaner hatten sich beschwert, als sich Daimler-Chrysler für die Mercedes-Pkw den gleichen chinesischen Partner suchte. Differenzen zwischen den Deutschen und den Koreanern führten schließlich im Mai zu einer weitgehenden Aufhebung der dahin geführten Allianz. Daimler war in den Jahren 2000 und 2001 in zwei Schritten bei Hyundai eingestiegen. Ihren Anteil von 10,5 Prozent an Hyundai Motors haben die Stuttgarter verkauft. Darüber hinaus haben sie ein Gemeinschaftsunternehmen für Lastwagenmotoren und eines für Lastwagen, das kurz vor der letzten Unterschrift gestanden hatte, aufgelöst.

Die Koreaner wollen nun aus eigenen Kräften wachsen. Bis 2010 wollen Hyundai und Kia zusammen vom siebt- zum fünftgrößten Autohersteller der Welt aufsteigen. Dazu sollen in Korea drei, im Ausland zwei Millionen Fahrzeuge gebaut werden. Nicht nur in China expandieren die Koreaner: Das erste US-Werk in Alabama steht kurz vor der Eröffnung. In der Slowakei baut Kia ein Werk für den europäischen Markt.

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