Korruptionsaffäre
Ex-Siemens-Bereichsvorstand stellt sich

In der Korruptionsaffäre um schwarze Kassen bei Siemens hat sich ein früherer Spitzenmanager den Behörden gestellt. Der Haftbefehl gehen den früheren Vorstand der Siemens-Kommunikationssparte Com wurde daraufhin außer Vollzug gesetzt.

HB MÜNCHEN. Das berichtete der Münchner Rechtsanwalt des Beschuldigten, Ulrich Wastl, am Mittwoch. Zu Einzelheiten wollte der Anwalt keine Stellung nehmen. Sein Mandant stehe aber offenbar nicht mehr im Mittelpunkt der Ermittlungen.

Zuvor hatte „Spiegel Online“ berichtet, der Ex-Manager sei den ganzen Tag von Beamten des Landeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft München I vernommen worden. Ihm werde unter anderem zur Last gelegt, am 16. Dezember 2002 zusammen mit einem weiteren Bereichsvorstand für zwei seiner Mitarbeiter eine auf neutralem Papier und ohne Siemens-Logo verfasste Vollmacht unterzeichnet zu haben. Damit und mit Hilfe eines Treuhänders sollen die beiden Mitarbeiter ein Netzwerk an Briefkastenfirmen in Österreich, den USA und auf den britischen Virgin Islands aufgebaut haben, das in Verbindung mit schwarzen Kassen in der Schweiz und Liechtenstein stehe.

Die Staatsanwaltschaft wollte sich am Mittwoch nicht zu dem Vorgang äußern. Nach bisherigen Angaben ermitteln die Behörden derzeit gegen zwölf ehemalige und aktive teils hochrangige Siemens-Mitarbeiter; sechs befinden sich seit rund zwei Wochen in Untersuchungshaft. Sie stehen unter dem Verdacht, mehr als 200 Millionen Euro für schwarze Kassen im Ausland veruntreut zu haben. Konzernchef Klaus Kleinfeld hatte vergangene Woche ein kompromissloses Vorgehen gegen die bekannt gewordenen Missstände angekündigt.

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