Korruptionsaffäre
Ex-VW-Berater in Indien verhaftet

Im Rahmen der Korruptionsaffäre bei Europas größtem Autobauer kam es jetzt in Indien zu einer ersten Verhaftung. Einem Beamten des indischen Bundeskriminalamts CBI zufolge hat ein Richter in der Stadt Hyderabad am Freitag Untersuchungshaft für den indischen Ex-VW-Berater Ashok Jain angeordnet.

HB NEU DELHI. Jain sei nach der Durchsuchung seiner Wohnung in der Stadt Gurgaon festgenommen und nach Hyderabad, die Hauptstadt des Bundesstaats Andhra Pradesh, gebracht worden. Das CBI hatte am Donnerstag bei mehreren Durchsuchungen nach eigenen Angaben zahlreiche belastende Unterlagen sichergestellt.

Neben Jains Wohnung waren laut CBI bereits am Mittwoch Wohn- und Geschäftsräume von zwei Direktoren der ominösen indischen Firma Vashishta Wahan - Bhunesh K. Chaturvedi und Jagadeesh Raja - durchsucht worden. Die Firma war von dem entlassenen Skoda-Personalchef Helmuth Schuster kontrolliert worden. Raja hat seinerseits im Zusammenhang mit der Affäre Schuster und Jain bei der Kriminalpolizei in Neu Delhi wegen Betrugs angezeigt. Das CBI machte auch am Freitag keine Angaben dazu, was für belastende Unterlagen bei den Durchsuchungen gefunden wurden.

Die Regierung des Bundesstaats Andhra Pradeshs hatte zwei Mill. € für den Bau einer VW-Fabrik an Vashishta Wahan überwiesen. Das Geld ist verschwunden. Das CBI untersucht derzeit die Geldtransfers, die vom Firmenkonto ausgegangen seien. In der Anzeige Rajas hieß es, 656 100 € seien auf Druck Schusters an eine von dessen Tarnfirmen überwiesen worden. Über den Verbleib des Restbetrages gibt die Anzeige keine Auskunft.

VW war in Indien im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre schwer in die Kritik geraten. Der Autobauer hat inzwischen eingewilligt, dem Bundesstaat Andhra Pradesh knapp zwei Mill. € zu zahlen. Damit trete der Konzern für den Schaden ein, der durch vermutlich illegale Machenschaften Schusters entstanden sei, hatte es geheißen. Schuster, der für den Bau der Fabrik als VW-Unterhändler auftrat, habe ohne Befugnisse gehandelt und Andhra Pradesh getäuscht.

Die Regierung Andhra Pradeshs ging nach eigenen Angaben davon aus, dass Vashishta Wahan - abgekürzt VW - zu Volkswagen gehörte. Laut dem Autobauer ist der Konzern an einer solchen Firma aber nicht beteiligt. Vashishta Wahan sei eine Projektgesellschaft gewesen, die für VW eine Fabrik hätte errichten sollen.

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