Korruptionsaffäre
Siemens-Kunden sind empört

Bis vor kurzem stand der Name Siemens in Deutschland für Qualität, für innovative Produkte und für Tradition. Doch mit diesem positiven Bild in der Öffentlichkeit scheint es erst einmal vorbei zu sein. Der Skandal um schwarze Kassen hat viele Menschen verärgert. Besonders zu spüren bekommt das der PC-Produzent Fujitsu Siemens Computers (FSC).

jojo MÜNCHEN. Eine FSC-Sprecherin bestätigte dem Handelsblatt, dass das Unternehmen viele Zuschriften empörter Kunden wegen der Affäre bekommt. FSC gehört zu den wenigen Teilen des Konzerns, der seine Produkte an Privatkunden verkauft.

Die Sprecherin wollte sich zu Details der Reaktionen nicht äußern. Im Umfeld des Unternehmens hieß es aber, zum Teil würden die Leute damit drohen, wegen der Bestechungsaffäre keine Produkte von FSC mehr zu kaufen. Ähnlich negative Zuschriften habe es bereits gegeben, als im Herbst bekannt wurde, dass die Bezüge des Siemens-Vorstands um 30 Prozent steigen sollen.

Für FSC sind die negativen Zuschriften besonders bitter, denn mit dem Siemens-Konzern hat das Unternehmen an sich nicht viel zu tun. Die Münchener gehören zwar zu gleichen Teilen Siemens und dem japanischen Fujitsu-Konzern. Europas größter Computerhersteller führt sein Geschäft aber unabhängig von seinen Eigentümern. Bei Siemens wird FSC lediglich als Beteiligung geführt. In der gesamten Werbung aber taucht der Name Siemens groß auf. Was in normalen Zeiten eher ein Kaufanreiz sein könnte, ist derzeit wohl eher abstoßend.

Beschwerden an der Hotline

Neben FSC gibt es im weiten Siemens-Reich noch zwei andere Teile, die von der Gunst der Konsumenten abhängig sind: Der Kühlschrank- und Waschmaschinenproduzent Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) und eine Sparte, die schnurlose Telefone unter dem Markennamen „Gigaset“ herstellt. Eine Siemens-Sprecherin sagte, auf der Kundenhotline der Telefonsparte gebe es vermehrt Nachfragen zum Thema Korruption.

Bis vergangenes Jahr hatte Siemens auch noch Handys produziert. Dann gab Konzernchef Klaus Kleinfeld das Geschäft aber an BenQ aus Taiwan ab; die in München angesiedelte Nachfolgefirma BenQ Mobile ist inzwischen insolvent, der Markenname Siemens verschwindet damit von Handys aus Europa.

Den Rest vom Umsatz erzielt Siemens im wesentlichen mit Geschäftskunden, etwa Kraftwerksbetreibern, Krankenhäusern, Bahnunternehmen oder Autoherstellern. Zu all diesen hat der Konzern direkten Kontakt über seine Vertriebsleute.

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