Korruptionsaffäre
Siemens muss 15 Jahre lang spenden

Mit Millionen für die Korruptionsbekämpfung sühnt der Elektrokonzern Siemens nach einer Vereinbarung mit der Weltbank für seine Korruptionsaffäre. Zudem wird das Unternehmen zwei Jahre lang freiwillig darauf verzichten, an Ausschreibungen für Weltbank-Projekte teilzunehmen, wie ein Siemens-Sprecher am Donnerstag in München sagte.

HB MÜNCHEN. Die Einigung sieht vor, dass Siemens 15 Jahre lang Organisationen wie die Vereinten Nationen oder Transparency International mit insgesamt rund 75 Mio. Euro bei der Korruptionsprävention unterstützt.

Dem Vergleich gingen Korruptionsvorwürfe gegen Siemens in Russland voraus. Die Weltbank wirft dem Unternehmen vor, zwischen 2005 und 2006 Schmiergelder in Höhe von rund drei Mio. Dollar (2,1 Mio. Euro) bei einem Verkehrsprojekt in Moskau gezahlt zu haben, das die Bank finanzierte. „Der jetzt geschlossene Vergleich mit der Weltbank ist eine erneute deutliche Erinnerung an das Versagen Verantwortlicher in der Vergangenheit“, sagte der für Korruptionsbekämpfung zuständige Siemens-Vorstand Peter Solmssen.

Neben den Zahlungen verzichtet der Konzern rückwirkend ab 1. Januar dieses Jahres und noch bis zum 31. Dezember 2010 darauf, an Ausschreibungen für Weltbank-Projekte teilzunehmen. In der Vergangenheit hatte Siemens jährlich Umsätze von durchschnittlich rund 100 Mio. Euro mit von der Weltbank finanzierten Aufträgen erzielt.

Aus gut informierten Kreisen hieß es jedoch, die zu erwartenden Umsatzeinbußen infolge der Einigung dürften deutlich unter diesem Wert liegen. Wie es weiter hieß, könnte Siemens in Russland ein Ausschluss von Projektausschreibungen auf bis zu vier Jahre drohen. Darüber wolle die Weltbank aber zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Im Dezember hatte Siemens sich im Zuge der Schmiergeldaffäre mit US-Behörden und der deutschen Justiz auf die Zahlung von einer Mrd. Euro geeinigt.

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