Korruptionsaffäre
VW-Betriebsratchef macht Gehalt öffentlich

Der neue Konzern-Betriebsratsvorsitzende des Autobauers Volkswagen, Bernd Osterloh, hat als Konsequenz aus der Korruptionsaffäre mehr Transparenz angekündigt. Um das zu untermauern, machte Osterloh gleich sein Gehalt öffentlich.

HB WOLFSBURG. "Bei mir gilt das Prinzip der 'gläsernen Kasse'", sagte Osterloh der "Bild am Sonntag". Der Gesamtbetriebsrat habe ein Budget wie jede andere Abteilung bei Volkswagen auch. Ein Pauschaletat für Spesen, über den sein zurückgetretener Vorgänger Klaus Volkert angeblich verfügt habe, sei ihm nicht bekannt. "Ich versichere aber: So etwas brauche ich nicht, und deshalb wird es bei mir so etwas auch nicht geben." Sein Gehalt bezifferte Osterloh mit 6500 Euro brutto. "Das ist die unterste Stufe eines Abteilungsleitergehaltes bei VW."

IG-Metall-Chef Jürgen Peters betonte indes in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", dass auch nach dem Rücktritt von Personalvorstand und Gewerkschafter Peter Hartz die Position der Arbeitnehmer im VW-Konzern sehr stark bleibe. Namen für einen Nachfolger wollte Peters nicht nennen. Die Gewerkschaft nehme weiterhin das Recht für sich in Anspruch, einen Kandidaten für den Arbeitsdirektor vorzuschlagen.

Ein VW-Sprecher sagte am Sonntag, die mit der Aufklärung der Hintergründe der Korruptionsaffäre beauftragten Wirtschaftsprüfer von KPMG arbeiteten mit Hochdruck. Wann erste Ergebnisse vorliegen würden, könne er aber noch nicht sagen.

Nach Informationen von "Bild am Sonntag" will der VW-Präsidialausschuss auf seiner Sitzung am Dienstag über ein Ausstiegsklausel für Hartz beraten. IG-Metall-Chef Peters dringe darauf, Hartz zunächst zu beurlauben und bis 30. September auf seinem Posten zu belassen. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der das Land im VW-Aufsichtsrat vertritt, dringe indes auf eine sofortige Beendigung des Vertrags. Eine Abfindung wie zum Beispiel für Top-Manager bei der Mannesmann-Fusion dürfe es nicht geben.

Hartz war nach Medienberichten, wonach der Vorstand dem Betriebsrat größere Budgets zur Verfügung gestellt und die Verwendung nicht kontrolliert haben soll, in die öffentliche Diskussion geraten. Hartz selbst hatte Vorwürfe zurückgewiesen, der Vorstand habe versucht, Betriebsräte durch Vergünstigungen kompromissbereit zu stimmen. Am Freitag hatte er dem Aufsichtsrat seinen Rücktritt angeboten.

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