Korruptionsaffäre
VW zahlte sechsstellig für Indien-Reise

In der Korruptionsaffäre bei VW kommen neue Details ans Licht. Demnach hat der Konzern seinem früheren Betriebsratschef Klaus Volkert und zwei Managern allein für eine einzelne Reise nach Indien mehr als 100 000 Euro gezahlt.

HB HANNOVER. An der Reise hätten auch der frühere Personalvorstand der VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, und der entlassene Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer teilgenommen, sagte der Sprecher der im VW-Korruptionsskandal ermittelnden Staatsanwaltschaft, Joachim Geyer. Gegen die beiden ermittelt die Behörde wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs.

Die Indien-Reise war Anlass für die Ausweitung der Ermittlungen auf Volkert wegen Anstiftung oder Beihilfe zur Untreue in der vergangenen Woche. Volkerts Anwalt war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Einen Bericht der „Wolfsburger Nachrichten“ vom Wochenende, wonach ein Reisekosten-Beleg über exakt 155 000 Euro geprüft werde, wollte Geyer nicht kommentieren. Auch ob es in den Jahren 2002 bis 2004 möglicherweise drei „kritische“ Indien-Reisen Volkerts gegeben habe, bestätigte er ebenso nicht.

„Wenn Herr Volkert wissentlich eine so genannte Lustreise mitgemacht hat, die nicht von einem Geschäftszweck gedeckt ist, dann wäre das Beihilfe zur Untreue“, sagte Geyer. Derjenige, der die Zahlung der Reise veranlasst habe, habe sich möglicherweise der Untreue schuldig gemacht. Die Behörde ermittelt auf einen Strafantrag von VW hin, ob der Betriebsrat begünstigt wurde.

Auch weitere Personen könnten ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, fügte Geyer hinzu. „Man muss kein Prophet sein, um sagen zu können, dass das jetzt nicht der letzte Stand ist.“ Gegen Peter Hartz, der als VW-Personalvorstand im Zuge der Affäre inzwischen zurückgetreten ist, werde jedoch nicht ermittelt.

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