Korruptionsskandal
Dreistellige Millionenbuße für MAN

Die Schmiergeldaffäre bei MAN kostet den Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern eine Geldbuße von mehr als 150 Mio. Euro. Damit sind für die Justiz die Ermittlungen wegen des Korruptionsverdachts aus den Jahren 2002 bis 2009 beendet. Doch den Beteiligten müssen weiter zittern.
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HB MÜNCHEN. Wie MAN am Donnerstag in München mitteilte, setzte die Staatsanwaltschaft am Landgericht München I gegen die Nutzfahrzeug- und die Turbo-Sparte eine Buße von jeweils 75,3 Mio. Euro fest. So sollen die durch Bestechung erzielten Gewinne abgeschöpft werden. MAN verzichtete auf Rechtsmittel, weshalb die Ermittlungen sieben Monate nach Bekanntwerden des Skandals beendet sind. "Für uns ist die Sache damit erledigt", sagte ein MAN-Sprecher. Die Ermittlungs- und Bußgeldverfahren gegen Einzelpersonen gehen aber laut Staatsanwaltschaft weiter und dürften noch "erhebliche Zeit" dauern.

Bei MAN waren Anfang Mai bundesweit Fahnder zu einer Razzia angerückt, weil der Konzern den Absatz jahrelang mit Schmiergeldern angekurbelt hatte. Die Ermittlungen erstreckten sich auf die Zeit zwischen 2002 und 2009. Die Zahl der Beschuldigten stieg rasch von drei auf weit über 100, von denen rund die Hälfte im MAN-Vertrieb ausgemacht wurde.

Für den Skandal übernahm MAN-Chef Hakan Samuelsson Ende November die Verantwortung und trat zurück, wohl auch auf Druck von MAN-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech. Nach dem Vorstandsvorsitzenden nahm auch der Chef der Nutfahrzeugsparte, Anton Weinmann, seinen Hut. Konzern-Finanzvorstand Karlheinz Hornung kündigte seinen Rückzug für den 11. Dezember an.

Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Ergebnis, dass die Compliance-Struktur in der Nutzfahrzeugsparte mangelhaft gewesen sei. Dadurch seien "in einer Vielzahl von Fällen" Bestechungsgelder gezahlt worden. Die Verletzung der Aufsichtspflicht stelle eine Ordnungswidrigkeit dar, hieß es in der Mitteilung weiter. Zum raschen Abschluss des Verfahrens habe die Kooperation des Konzerns und seiner Töchter beigetragen.

MAN hatte nach Bekanntwerden des Skandals Anwälte, Steuerrechtler und Buchprüfer mit der Aufarbeitung der Affäre beauftragt. Die Ergebnisse der internen Untersuchungen sollen am Freitag dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Das Kontrollgremium will zudem über einen endgültigen Nachfolger für Samuelsson an der Konzernspitze entscheiden. Nach dem überraschenden Rücktritt wurde Dieselmotoren-Chef Georg Pachta-Reyhofen zum kommissarischen Vorstandsvorsitzenden ernannt.

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