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Kosmetikkonzern: Beiersdorf streicht 1.000 Arbeitsplätze

Der Kosmetikkonzern Beiersdorf setzt seine Neuausrichtung fort und will ab 2014 jährlich mehrere Millionen Euro einsparen. Rund 1.000 Arbeitsplätze werden gestrichen - auch Deutschland ist betroffen.

Beiersdorf will in den kommenden Jahren kräftig sparen. Quelle: dpa
Beiersdorf will in den kommenden Jahren kräftig sparen. Quelle: dpa

HamburgDer Nivea-Hersteller Beiersdorf verschärft seinen Sparkurs und streicht nun auch Arbeitsplätze. Wenige Monate vor seinem Abschied kündigte Vorstandschef Thomas-Bernd Quaas weitere Einschnitte an, darunter den Abbau von weltweit bis zu 1000 Stellen. Damit wird klar, dass der vor einem Jahr von Quaas eingeleitete Konzernumbau länger dauern und schmerzhafter wird als anfangs gedacht. Der Großteil des für Deutschland geplanten Abbaus von bis zu 230 Arbeitsplätzen entfällt auf die Verwaltung in Hamburg.

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Der Dax-Konzern betonte am Mittwoch, dass er sich nicht in einer Notlage befinde. „Wir handeln nicht aus Leidensdruck, wir liegen voll im Plan“, sagte ein Sprecher. Quaas bezeichnete die neuerlichen Schritte als „finale Phase“ in der Umsetzung seiner Strategie. Bei Analysten kam dies nicht gut an. „Das ist eine negative Überraschung“, urteilte Thomas Maul von der DZ Bank. „Wir hätten nicht einen so hohen Betrag an Einmalaufwendungen erwartet.“ Im Vergleich dazu fielen die von Beiersdorf erwarteten Einsparungen nicht allzu ermutigend aus. Schlecht kamen zudem die Abschreibungen auf das China-Geschäft an.

Das Ganze schlug auch den bereits leidgeprüften Beiersdorf-Anlegern auf die Stimmung. Die Aktie des Dax-Konzerns gewann am Mittwoch zwar über drei Prozent an Wert, lag damit aber hinter dem Gesamtmarkt zurück. Der Dax kletterte um fast fünf Prozent. Bei der Ankündigung vor einem Jahr hatte die Börse Beiersdorf übelgenommen, über die Folgen nicht ausreichend informiert zu haben.

Teil des nun angekündigten Umbaus ist eine stärkere Regionalisierung des Geschäfts der Kosmetiksparte mit Marken wie Nivea, Eucerin und Labello. Künftig sollen drei Geschäftsregionen Europa/Nordamerika, Asien und Schwellenländer selbst entscheiden können, welche Produkte sie ihren Kunden anbieten. Die Zentrale in Hamburg soll lediglich die strategische Linie vorgeben und sich ansonsten auf „globale Aufgaben“ beschränken. Dadurch fallen in der Hansestadt Stellen weg.

Beiersdorf

Die Neuausrichtung soll bereits bis Mitte nächsten Jahres weitgehend abgeschlossen sein. Weltweit sollen den Angaben zufolge bis zu 1000 der insgesamt rund 18.000 Stellen im Konzern gestrichen werden - vor allem in Europa, wo das Geschäft zuletzt eher schleppend verlief. Eine Stellungnahme des Betriebsrats war zunächst nicht zu bekommen.

Von den Umstellungen erwartet sich das Traditionsunternehmen, das von dem Handelskonzern Maxingvest kontrolliert wird, ab dem Jahr 2014 jährlich Einsparungen von rund 90 Millionen Euro. Bereits im nächsten Jahr sollen die Kosten um 25 Millionen sinken, 2013 sind Einsparungen von 75 Millionen geplant. Dem stehen Sonderkosten von 265 Millionen Euro gegenüber, die den Gewinn im laufenden Jahr belasten. Operativ erwartet Beiersdorf für die Kosmetiksparte für 2011 unverändert eine Marge (Ebit-Rendite) zwischen zehn und elf Prozent.

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