Kosmetikkonzerne
Wella verlässt Darmstadt, Kao baut aus

Der japanische Haarpflege-Konzern Kao baut seine Europazentrale in Darmstadt aus und plant bereits den Bau einer Fabrik. Der im gleichen Segment tätige Wella-Konzern dagegen verlässt die Stadt.
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Der auf Haarpflege-, Kosmetik- und Haushaltsprodukte spezialisierte japanische Kao-Konzern (Guhl, Goldwell) baut den Standort Darmstadt zu seiner Europa-Zentrale aus. Nicht nur ein neues Verwaltungsgebäude mit einem Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro ist geplant, 2017 soll auch die Produktion mit einer neuen Fabrik ausgeweitet werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zunächst sollen in Darmstadt 80 neue Arbeitsplätze in der Verwaltung entstehen. Dieser Bereich wächst damit auf 330 Mitarbeiter. Rund 285 Mitarbeiter aus anderen Sparten gibt es schon.

„Das ist die Grundlage für weiteres Wachstum“, sagte die Chefin von Kao Deutschland, Karin Overbeck, bei der Vorstellung der Pläne. „Wir wollen unsere Präsenz weltweit erhöhen. Deutschland ist der wichtigste Markt in Europa.“ Im Wettbewerb um die Europa-Zentrale habe sich Darmstadt gegen London und auch andere Standorte im Rhein-Main-Gebiet durchgesetzt. „Die Verkehrsanbindung ist optimal“, sagte Overbeck. „Zu uns kommen Besucher aus aller Welt.“

Für Darmstadt ist dies ein Tropfen auf den heißen Stein. Ende 2010 hatte das zum US-Mutterkonzern Procter & Gamble (P&G) gehörende Traditionsunternehmen Wella angekündigt, rund 1000 Mitarbeiter müssten bis 2014 von Darmstadt in die ebenfalls im Rhein-Main-Gebiet gelegenen Taunusorte Kronberg und Schwalbach wechseln.

In Darmstadt gibt es bei Kao in der Produktion bereits 175 Mitarbeiter. Wie viele Arbeitsplätze hinzukommen, sei noch offen. Darmstadt solle aber auch bei der Produktion ein europäischer Hauptstandort werden. Zur Kao Gruppe (Tokio) gehören unter anderem die Friseurmarke Goldwell und der Haarpflegespezialist Guhl. Kao hat nach eigenen Angaben weltweit rund 40 000 Mitarbeiter, in Europa rund 2000 und in Deutschland etwa 750. Der Umsatz weltweit wird auf rund elf Milliarden Euro beziffert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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