Kosmetikmarkt
Manche mögen’s weiß

Die Chinesen geben mit zunehmenden Wohlstand immer mehr Geld für ihre Schönheit aus. Um davon zu profitieren, müssen ausländische Kosmetikhersteller jedoch andere Regeln beachten als im Westen - ein Besuch bei Beiersdorf.

HAMBURG. Volker Kallmayer kann nicht anders. Er ist eben ein höflicher Mensch. Mit chinesischen Kollegen sitzt der Beiersdorf -Manager auf der Terrasse eines Restaurants. Die Sonne brennt. Als er sieht, dass sich eine Chinesin mit einem Schal vor den Strahlen zu schützen versucht, bietet er ihr seinen Platz im Schatten an.

Die Chinesin ist begeistert. Kallmayer hat ihre Schönheit gerettet.

Während für Europäer Bräune Gesundheit und Wohlstand bedeutet, wollen Chinesen porentief weiß sein. Für sie ist braune Haut das Erkennungszeichen derer, die auf dem Feld oder auf der Straße arbeiten. Egal, ob der Mund zu groß ist oder die Nase krumm - Chinas Schönheitsideal ist die weiße, porzellanartige Haut. Sie verspricht Erfolg im Beruf. Auch deswegen bedecken die Chinesen ständig ihren Kopf mit Schirmmützen und Hütchen gegen die Sonne.

„Die weiße Noblesse, also so weiße Haut, dass die Adern blau hindurchschimmern, ist schick“, sagt Kallmayer, 34, der für Beiersdorf als Produktmanager für Cremes, Deos und Pasten in China verantwortlich ist. Gefragt sind Weißmacher, um die Haut aufzuhellen. Und Chinas Weiß-Wahn wächst.

Für den Kosmetikkonzern Beiersdorf ist das ein Zukunftsgeschäft. Wenn heute Vorstandschef Thomas Quaas die Jahreszahlen vorlegt, wird er auch verkünden, dass der Marktanteil in China wieder gestiegen ist - von 5,5 Prozent auf 7,1 Prozent. Peter Kleinschmidt, der im Beiersdorf -Vorstand das Asiengeschäft verantwortet, will noch höher hinaus: „Für 2010 streben wir einen Marktanteil von zehn Prozent an. Wenn möglich auch mehr. Ich bin da sehr optimistisch“.

Genug Gründe gibt es. Die Schönheitsindustrie sucht nach Alternativen zu den stagnierenden Kernmärkten in den USA und Europa. Sie findet sie zunehmend in Osteuropa, Lateinamerika und Asien, wo oft zweistellige Wachstumsraten locken.

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