Kosten für Maschine und Ausrüstung sind vielen zu teuer
Motorradbranche kommt nicht in Fahrt

Für die Motorrad-Hersteller in Deutschland nimmt die Talfahrt kein Ende. Nicht nur gegen die Konjunkturflaute hat die Branche zu kämpfen, es fehlen ihr auch die jungen Käufer.

HB MÜNCHEN. Seit Jahren kämpft die stark auf Freizeit und Fahrspaß ausgerichtete Branche gegen die anhaltende Konjunkturflaute, Motorrad und Roller sind für viele Verbraucher zum teuren Luxus geworden. Und auch beim Image hapert es offenbar, bei vielen jungen Leuten scheint Motorradfahren out zu sein. „Wir merken deutlich die Kaufzurückhaltung“, sagt der Sprecher des Industrie-Verbandes Motorrad Deutschland (IVM), Michael Kusmanov. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres blieb die Zahl der Neuzulassungen bei Krafträdern um etwa acht Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Gegensteuern wollen die Hersteller mit neuen Trends, die in der kommenden Woche bei der internationalen Motorradmesse „Intermot“ (15. bis 19. September) in München vorgestellt werden.

Vor allem jüngere Käufer sind für die Branche Mangelware. „Der Drang, den Führerschein zu machen, wäre schon da, aber das Geld eben nicht“, sagt der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, Gerhard von Bressensdorf. Seit Jahren seien die Bewerberzahlen rückläufig. Gerade bei der Ausrüstung für Motorradfahrer wie Schutzbekleidung oder Helme habe es in den vergangenen Jahren eine regelrechte Preisexplosion gegeben. Auch dies sei ein Grund dafür, dass die 30- bis 50-Jährigen mittlerweile die größte Gruppe der Motorradfahrer darstellten, glaubt Bressensdorf.

Zu hohen Kosten für Maschinen und Ausrüstung komme eine starke Konkurrenz durch andere mobile Freizeit-Aktivitäten wie das Mountainbike-Fahren. „Solche modernen Sportarten binden sehr viel Geld“, sagt Bressensdorf. Und für den Trendforscher Peter Wippermann steht auch ein gesellschaftlicher Wandel hinter der Flaute: „Mit dem lonesome rider, der alle Verpflichtungen hinter sich lässt, kann sich heute niemand mehr identifizieren“, sagte Wippermann der Fachzeitschrift „Bike und Business“, das Internet habe die Straße als zweites Zuhause junger Menschen inzwischen abgelöst.

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