Kosten rund 800 Millionen Euro
Steag baut in Herne neues Kraftwerk

Im Ruhrgebiet will die RAG-Stromtochter Steag ein zweites neues Kraftwerk bauen und dabei auch mit einzelnen Stadtwerken kooperieren. Die Anlage soll eine Leistung von 750 Megawatt haben.

HB DÜSSELDORF. Steag-Vorstandschef Alfred Tacke sagte am Donnerstagabend in Voerde, noch in diesem Jahr solle mit dem Bau der Anlage mit einem Investitionsvolumen von rund 800 Mill. Euro begonnen werden. Die Steag wolle auch bei diesem Projekt mit Partnern zusammenarbeiten und die Kapazitäten des Kraftwerks auch Stadtwerken anbieten. „Wenn Stadtwerke Kapazitäten nachfragen, werden wir sie einbeziehen“, kündigte Tacke an.

Schon im vergangenen Frühjahr hatte die Steag den Bau eines neuen Kraftwerks in Duisburg-Walsum angekündigt. Bei diesem Kraftwerk will die Steag mit dem EnBW-Konzern und der österreichischen EVN kooperieren. Gebe es Wünsche der Kunden für weitere Kapazitäten, sei die Steag bereit, über einen weiteren Neubau nachzudenken. Nachfrage erwartet Tacke etwa auch aus anderen Regionen Europas wie Italien, Spanien oder Frankreich. „Darauf stellen wir uns ein“, kündigte er an.

Die Steag ist der fünftgrößte Versorger in Deutschland. Einen Großteil des Stroms nimmt bislang mit rund 80 Prozent der RWE-Konzern ab. Über ein eigenes Stromnetz verfügt die Steag aber nicht. Daran soll sich Tacke zufolge auch nichts ändern. „Wir sind ein Anbieter von Kraftwerksleistung“, unterstrich der Steag-Chef. Die neuen Kapazitäten in Walsum und Herne und die Zusammenarbeit mit Konkurrenten des Essener RWE-Konzerns stellten aber „keinen Angriff auf RWE“ dar, sagte Tacke.

Verhandlungen zwischen Steag und RWE über eine Kooperation zum gemeinsamen Bau neuer Kraftwerke waren im Dezember nach rund 18-monatigen Gesprächen gescheitert. „Beide Unternehmen können ihre Projekte besser allein realisieren“, begründete Tacke das Ende der Verhandlungen. Eine Kooperation „hätte keine zusätzlichen Synergien gebracht“, hob er hervor. Die Gespräche über einen Verkauf des zur Steag gehörenden Versorgers Saarferngas, an dem RWE interessiert ist, dauern indes an. Tacke wollte dazu aber keine Auskunft geben und verwies auf die Konzernmutter RAG.

Tacke kündigte an, die Steag werde sich im Zuge der Pläne des Mutterkonzerns RAG für einen Börsengang stärker auf den Kapitalmarkt ausrichten. Im vergangenen Geschäftsjahr 2005 habe der Konzern ein Ergebnis über dem Rekordjahr 2004 erzielt. Konkrete Zahlen wollte er aber noch nicht nennen. Die Steag hatte 2005 mit rund 5000 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 4,7 Mrd. Euro erwirtschaftet. RAG-Chef Werner Müller plant, seinen Konzern im ersten Halbjahr 2007 an die Börse zu bringen.

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