Kostenbremse
Ratiopharm plant Stellenstreichung

Der zum Verkauf stehende Arzneimittelhersteller Ratiopharm tritt auf die Kostenbremse und will weltweit 600 Stellen streichen. Damit würde das zum Imperium der Merckle-Familie gehörende Unternehmen aus Ulm mehr als jeden zehnten der aktuell rund 5400 Arbeitsplätze abbauen.

HB FRANKFURT.Betriebsbedingte Kündigungen seien unvermeidbar, teilte Ratiopharm am Dienstag in Ulm mit. Rund 100 Mio. Euro solle das Sparpaket bringen, mit dem das Unternehmen unter anderem auf den zunehmenden Preisdruck im Geschäft mit Nachahmermedikamenten reagiere.

Der Stellenabbau erfolge in den nächsten zwölf bis 18 Monaten. 200 der 600 Stellen fielen in Deutschland dem Rotstift zum Opfer. Ratiopharm hat hierzulande insgesamt 2 850 Beschäftigte, davon 2 300 an den Standorten Ulm und Blaubeuren. Der Stellenabbau erfolge unabhängig vom geplanten Verkauf des Unternehmens. „Wir sind uns sicher, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist, unabhängig davon, wer letztlich der Käufer sein wird“, erklärte Ratiopharm-Geschäftsführer Oliver Windholz.

Anfang Januar musste die Merckle-Familie einem Verkauf von Ratiopharm zustimmen, um einen dringend benötigten Kredit für ihr angeschlagenes Firmenimperium zu erhalten. Die Preise liegen jedoch am Boden, für Ratiopharm taxierten Experten zuletzt den derzeit erzielbaren Wert auf maximal 3,6 Mrd. Euro. Ratiopharm erwirtschaftete 2008 weltweit 1,9 Mrd. Euro Umsatz. Angaben zum Gewinn macht Ratiopharm traditionell nicht.

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