Kostendruck
Versorger im Ruhrgebiet kooperieren

Einige führende Kommunalversorger aus dem Ruhrgebiet wollen enger zusammenrücken: Gelsenwasser, die Stadtwerke Bochum (SWB) und Dortmunder Energie und Wasser (DEW21) loten Möglichkeiten für eine umfassende Zusammenarbeit aus.

DÜSSELDORF. Nach Informationen des Handelsblatts berieten die Gremien der Unternehmen am Montag das weitere Vorgehen, wollen sich am Dienstag erneut treffen und werden eventuell schon im Anschluss den Fahrplan für konkrete Verhandlungen präsentieren. Dabei wollen sich die Partner aber zunächst mehrere Möglichkeiten der Kooperation offen halten.

Die drei Unternehmen sind zwar bereits miteinander verknüpft. die Stadtwerke Bochum und Dortmund hatten sich 2004 mit fast 93 Prozent am Wasser- und Gasversorger Gelsenwasser mit Sitz in Gelsenkirchen beteiligt, als sich der Eon-Konzern im Zuge der Ruhrgas-Übernahme von seinen Anteilen trennen musste. Auch ein erstes Kooperationsprojekt mit dem Namen "Unisono" wurde bereits gestartet. Bislang wurde aber nur auf eine lose Kooperation unter Beibehaltung der bisherigen Strukturen gesetzt. Jetzt sind die Partner zu einer engeren gesellschaftsrechtlichen Verflechtung bereit ? beispielsweise zur Gründung gemeinsamer Tochtergesellschaften.

Die » "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet sogar, es sei unter dem Dach von Gelsenwasser eine komplette Fusion der Sparten Energie, Wasser und Netze geplant, um einen neuen starken Energiekonzern zu schaffen. Dies wird in Unternehmenskreisen aber als "zu weitgehend" bezeichnet. Auf jeden Fall würden sich aber drei große Kommunalversorger zusammenschließen: Gelsenwasser setzte 2006 rund 471 Mill. Euro um, DEW21 etwa 654 Mill. Euro und die Stadtwerke Bochum 412 Mill. Euro.

Hintergrund der Pläne ist der verschärfte Kostendruck. Die Kommunalversorger verzeichnen durch die Regulierung der Strom- und Gasnetze deutliche Einbußen bei den Entgelten, die sie für deren Nutzung in Rechnung stellen dürfen. Gleichzeitig müssen sie mit verschärftem Wettbewerb durch überregionale Anbieter rechnen, welche die Preise drücken dürften. Getrennte Sparprogramme reichen nicht aus, um die erwarteten Einbußen aufzufangen. Auch andere Kommunalversorger rücken vor diesem Hintergrund zusammen.

Die Planungen seien hochkomplex, wurden in Unternehmenskreisen die Erwartungen auf einen raschen Abschluss gedämpft. Die Gespräche würden ergebnisoffen geführt, vor Sommer nächsten Jahres sei mit einem Beschluss nicht zu rechnen. Unter anderem werfe das Projekt auch kartellrechtliche Fragen auf. An DEW21 ist der Energiekonzern RWE mit 47 Prozent beteiligt. Einer substanzielle Beteiligung an einem neuen, großen Regionalversorger dürfte das Bundeskartellamt, das RWEs Marktmacht ohnehin kritisch beäugt, kaum genehmigen.

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