Kostenexplosion befürchtet
Transrapid zum Festpreis soll's richten

Die Industrie ist nach Darstellung des bayerischen Wirtschaftsministers Erwin Huber offenbar grundsätzlich bereit, im Ringen um die Finanzierung des umstrittenen Münchner Transrapid-Projekts einen festen Preis zu vereinbaren.

HB MÜNCHEN. Mit der Vereinbarung eines Festpreises soll eine Kostenexplosion des bislang auf 1,85 Mrd. Euro geschätzten Projekts vermieden werden. Die Wirtschaft sehe angesichts der zu erwartenden Steigerungen bei Bau- und Materialkosten außerdem Einsparmöglichkeiten und suche nach baulichen Alternativen, sagte Huber am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa nach Gesprächen mit dem Transrapid-Konsortium. „Wir sind auf der Zielgeraden.“

Für die Berechnung des Festpreises werde das Transrapid-Konsortium mit Experten der Deutschen Bahn (DB) jetzt alle Positionen des Magnetschwebebahn-Projekts vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen einzeln durchgehen, sagte Huber. Danach sei die Industrie bereit, noch vor Baubeginn einen Festpreis zu nennen. Dies halte er für einen „Riesensprung“, sagte Huber. Ein großer Teil der „behaupteten Risiken“ werde damit abgedeckt.

Nach weiteren Gesprächen zwischen Bahn und den Industrie-Unternehmen werde der scheidende Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) binnen der nächsten drei Wochen Bahn und Wirtschaft zu einem abschließenden Spitzengespräch einladen, bei dem eine Lösung für die noch bestehende Finanzlücke von 165 Mill. Euro erzielt werden solle, sagte Huber. Nach Informationen des „Münchner Merkurs“ (Mittwoch) soll das Treffen noch vor dem am 28. September beginnenden CSU-Parteitag stattfinden, auf dem ein neuer Parteichef gewählt wird.

Angesichts der Finanzierungslücke hofft Huber unter anderem, dass die Bahn ihren bislang eingeplanten Anteil von 185 Mill. Euro aufstockt. Laut „Münchner Merkur“ soll die Bahn bereit sein, einen hohen zweistelligen Mill. Euro-Betrag zuzuschießen. Dafür solle der Fahrpreis für den Transrapid von bisher geplanten 15 auf bis zu 17 Euro erhöht werden. Der fehlende Restbetrag solle aus Fördertöpfen der EU mobilisiert werden. Der Bund will als Obergrenze 925 Mill. Euro zahlen, Bayern höchstens 475 Millionen.

Die bisherige Kostenschätzung von 1,85 Mrd. Euro für die 37 Kilometer lange Magnetschwebebahn-Trasse stammt aus dem Jahr 2004. Es wird aber über Mehrkosten von bis zu einer Milliarde Euro spekuliert. Huber hatte mit dem Konsortialführer Hochtief sowie mit Vertretern von ThyssenKrupp, Siemens, Bilfinger Berger und Max Bögl Gespräche geführt.

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