Kostenreduzierung
Daimler will bei Transportern sparen

Der Stuttgarter Autobauer will durch eine höhere Effizienz 100 Millionen Euro einsparen. So will Daimler der „ungünstigen Marktentwicklung“ in Europa entgegenwirken. Beim Personal soll aber nicht gekürzt werden.
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StuttgartDer Stuttgarter Autobauer Daimler tritt nun auch bei Transportern auf die Kostenbremse. 2013 solle durch Einsparungen und eine höhere Effizienz eine Ergebnisverbesserung von 100 Millionen Euro erzielt werden, sagte der Chef von Mercedes-Benz Vans, Volker Mornhinweg, am Freitag in Stuttgart. Damit solle der „anhaltend ungünstigen Marktentwicklung“ in Westeuropa entgegengewirkt und die Profitabilität nachhaltig abgesichert werden. An Personalabbau sei nicht gedacht, Mercedes stelle aber Investitionen auf den Prüfstand und überprüfe die Einkaufspreise. Daimler hat bereits in den großen Kernsparten Pkw und Lkw Kostensparprogramme aufgelegt, die – zusätzlich zu bereits laufenden Programmen – bis Ende kommenden Jahres die Kosten um 3,6 Milliarden Euro drücken sollen.

Im vergangenen Jahr verkaufte Mercedes-Benz weltweit 252.000 Transporter, vier Prozent weniger als 2011. Der Umsatz der Sparte schrumpfte um ein Prozent auf 9,1 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern schmolz wegen höherer Investitionen in neue Fahrzeugmodelle um ein Drittel auf 541 Millionen Euro zusammen. Die operative Rendite sank daher auf sechs Prozent. „Damit sind wir nach wie vor der profitabelste Van-Hersteller im Wettbewerb“, sagte Mornhinweg mit Blick auf die Konkurrenz von VW, Ford, Fiat oder Renault.

Mittelfristig peilt Daimler bei Transportern eine operative Marge von durchschnittlich neun Prozent an, die 2011 mit 264.000 weltweit ausgelieferten Fahrzeugen bereits erreicht worden war. 2012 machte auch das schlechter als erwartet laufende Geschäft in China einen Strich durch die Rechnung: Daimler musste auf ein Gemeinschaftsunternehmen, das in China Transporter baut, 64 Millionen Euro abschreiben.

Im laufenden Jahr werde Mercedes-Benz den weltweiten Transporter-Absatz steigern, obwohl die Märkte in Westeuropa nochmals um bis zu fünf Prozent nachgeben könnten, sagte Mornhinweg voraus. Die Zielrendite von neun Prozent werde erneut nicht erreicht. Absatzzuwächse versprächen die Märkte in Nord- und Lateinamerika, auch in China sei eine Erholung in Sicht. Der Manager bekräftigte trotz des stärker werdenden Gegenwinds das Absatzziel von jährlich 400.000 Transportern, die Daimler ab 2015 weltweit verkaufen will.

Interesse an einer Zusammenarbeit mit Mercedes bei Transportern habe Renault bekundet, sagte Mornhinweg. Im Jahresverlauf würden dazu Gespräche mit den Franzosen aufgenommen. Bisher kooperiert Renault bei Transportern mit den GM -Töchtern Opel und Vauxhall, erst 2010 wurde ein neues Modell auf den Markt gebracht. Daimler muss befürchten, dass VW seinen Transporter Crafter künftig in Eigenregie baut. Bisher lassen die Wolfsburger diese Fahrzeuge von Mercedes-Benz fertigen, der Vertrag läuft 2016 aus. Jeder vierte in den beiden deutschen Mercedes-Werken Düsseldorf und Ludwigsfelde gefertigte Transporter ist ein VW Crafter, der baugleich mit dem Mercedes Sprinter ist. „Die Verhandlungen über die Zukunft der Kooperation dauern noch an“, sagte Mornhinweg.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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