Kostensenkung
Daimler-Chrysler streicht die US-Krankenversorgung zusammen

Der Autokonzern Daimler-Chrysler kommt bei seinen weltweiten Kostensenkungen voran. Die US-Tochter Chrysler kürzt ihre Leistungen für die Krankenversorgung von Angestellten. Der drittgrößte US-Autohersteller folgt damit dem Beispiel der Konkurrenten General Motors und Ford, die unter dem Druck hoher Verluste ihre Sozialleistungen bereits zusammengestrichen hatten.

e/hz/mwb PORTLAND / STUTTGART. Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche hatte zuvor angekündigt, dass er von den Chrysler-Beschäftigten ebenfalls Zugeständnisse bei den Sozialleistungen erwarte. Die US-Investmentbank Merrill Lynch rechnet mit jährlichen Einsparungen von 150 bis 200 Mill. Euro pro Jahr bei Chrysler durch die Kürzung.

Im Gegensatz zu den Leistungen für gewerbliche Arbeitnehmer, die tariflich festgeschrieben sind und nur mit Zustimmung der Gewerkschaften geändert werden können, sind die Leistungen für Angestellte disponibel. Für Chrysler-Angestellte wird künftig die Krankenversicherung und die Versorgung mit Medikamenten teurer.

GM, Ford und Chrysler werden nach Rechnungen von Experten in diesem Jahr insgesamt über 12 Mrd. Dollar für die Krankenversorgungen von aktiven Beschäftigten und ein Heer von Betriebsrentnern und Angehörigen aufwenden. Chrysler allein rechnet laut Vorstandsmitglied Eric Ridenour mit etwa 2,2 Mrd. Dollar. Im Vergleich dazu haben ausländische Hersteller in ihren US-Werken wesentlich geringere Kosten, weil ihre Beschäftigten überwiegend nicht gewerkschaftlich organisiert und im Schnitt wesentlich jünger sind. Für GM ergibt sich daraus gegenüber Toyota ein Kostennachteil von fast 1 500 Dollar pro Fahrzeug.

Die Kürzungen bei Chrysler, die als einziger der US-Autobauer auf dem Heimatmarkt in den schwarzen Zahlen operiert, gelten als moderat. Sowohl GM als auch Ford, die mit der Gewerkschaft UAW ebenfalls Abstriche an den Krankenversorgungsleistungen für gewerbliche Arbeitnehmer aushandelten, langten bei den Angestellten kräftiger hin.

General Motors und Ford müssen angesichts sinkender Marktanteile in Nordamerika wieder erfolgreicher werden, sonst drohe den Unternehmen das Aus. Diese Befürchtung äußern Analysten namhafter US-Investmenthäuser. Dasselbe gelte für Chrysler. Der Marktanteil von GM fiel vergangenes Jahr um 1,3 Prozentpunkte auf 26,2 Prozent. Gleichzeitig verbuchte der Konzern im Nordamerika-Geschäft einen Verlust von 5,6 Mrd. Dollar. Ford verlor vor Steuern 1,6 Mrd. Dollar und der Marktanteil ging um einen Prozentpunkt auf 18,6 Prozent zurück. „Es bleibt wenig Zeit, um Abhilfe zu schaffen“, sagte Robert Schulz, Analyst von Standard & Poor's.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%