Kostensenkung
Eurocopter geht auf Sparkurs

Eurocopter ist auf dem Boden der Tatsachen gelandet: Weil der Hubschrauberabsatz im zivilen Sektor eingebrochen ist, muss die Airbus-Tochter sparen. Alleine in der Verwaltung will der europäische Hubschrauberhersteller die Kosten um rund 15 Prozent senken.

PARIS. Der europäische Hubschrauberhersteller Eurocopter bereitet einen Sparplan vor. "Rund 15 Prozent der Verwaltungskosten sollen eingespart werden", hieß es gestern in französischen Gewerkschaftskreisen, die damit entsprechende Presseberichte bestätigten. Die Details will Eurocopter-Chef Lutz Bertling heute auf einer außerordentlichen Sitzung des europäischen Betriebsrates vorstellen. Das EADS-Tochterunternehmen wollte dazu auf Anfrage keinen Kommentar abgeben.

"Ein Sozialplan ist nicht vorgesehen, das hat Bertling erst noch vor kurzem bestätigt", hieß es weiter in den Gewerkschaftskreisen. Möglich sei indes ein Personalabbau auf freiwilliger Basis. Der Kern der Sparanstrengung liegt demnach auf Kosten wie Dienstreisen oder Verwaltungskosten.

Hintergrund ist der infolge der Krise zurückgehende Absatz von zivilen Hubschraubern. Vor allem der Verkauf von leichten Helikoptern wie dem Ecureuil oder Colibri für Geschäftsreisende oder reiche Privatleute bricht ein. Käufe dieser Kunden machen rund ein Drittel vom Absatz aus, der im ersten Halbjahr 1,9 Mrd. Euro erreichte.

Vor diesem Hintergrund hat EADS-Chef Louis Gallois bereits eine Absenkung der Hubschrauberproduktion angekündigt. "Das Defizit bei den Bestellungen im Jahr 2009 wird sich in einer geringeren Produktion 2010 niederschlagen", hatte Gallois vor kurzem vor dem Wirtschaftsausschuss des französischen Parlaments erklärt.

Im Jahr 2008 gingen bei Eurocopter noch netto 715 Bestellungen für neue Hubschrauber ein. Im ersten Halbjahr waren es 138. "Kontinuierliche Stornierungen belasten die zukünftigen Auslieferungen von leichten Hubschraubern", hieß es bereits in der Präsentation der EADS-Halbjahreszahlen.

Ende Juni hatte Eurocopter insgesamt 1 420 Bestellungen in seinem Orderbuch, Ende Dezember waren es noch 1 609). In Stückzahlen gerechnet betrifft der Großteil der Orders leichte Helikopter wie den Bestseller Ecureuil, die Kunden derzeit verstärkt wieder abbestellen. Um den sich abzeichnenden Produktionsrückgang abzufangen, hatte das Management bereits im Mai mit den Gewerkschaften ein Abkommen zur Einführung von Arbeitszeitkonten eingerichtet. Damit sollen Kurzarbeit und im Extremfall Entlassungen vermieden werden. Als nächsten Schritt peilt Eurocopter-Chef Bertling nun den Sparplan an.

2009 dürfte Eurocopter noch mit einem blauen Auge davon kommen. Das Ziel, im Jahr 2009 so viele Hubschrauber wie 2008 auszuliefern, gilt nach wie vor. 2010 dürfte sich dann die Krise auch in den Lieferzahlen und damit in geringeren Umsätzen bemerkbar machen.

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