Kostensenkung
Unternehmen entdecken die Energieeffizienz

Industrie und produzierendes Gewerbe setzen auf einen effizienteren Einsatz von Energie, haben aber noch längst nicht alle Möglichkeiten zur Kostensenkung erkannt oder gar genutzt. Eine neue Umfrage sieht noch erhebliche Kostensenkungspotenziale.

BERLIN. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (Dena), die dem Handelsblatt vorliegt. 80 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, sie hätten in den letzten Jahren bereits Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz ergriffen. Allerdings bleibt weit verbreitete Technik wie Druckluft, Antrieb oder Pumpensysteme oft noch unbeachtet. Nach Angaben der Dena können die Unternehmen hier die Kosten noch bis zu 50 Prozent senken.

"Solche Investitionen amortisieren sich innerhalb weniger Jahre", sagt Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. Nur die Unternehmen, die jetzt Kurs auf Energieeffizienz hielten, gingen gestärkt aus der Krise hervor. "Denn spätestens wenn die Konjunktur wieder anspringt und die Energienachfrage steigt, werden auch die Strompreise deutlich anziehen. Darauf müssen sich die Unternehmen vorbereiten, indem sie in Technik zur Steigerung der Energieeffizienz investieren. Solche Investitionen amortisieren sich innerhalb weniger Jahre", sagte Kohler.

Befragt wurden Entscheidungsträger aus 500 mehrheitlich mittelständischen Unternehmen, die einen repräsentativen Querschnitt der Branchen aus Industrie und produzierendem Gewerbe darstellen und mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen.

Die Steigerung der Energieeffizienz genießt politisch hohen Stellenwert. Sie gilt als wichtiger Beitrag zur Verringerung der Abhängigkeit von importierten Energierohstoffen und zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen. Große Möglichkeiten schlummern besonders in Gebäuden, aber auch im Verkehrs- und im Industriesektor. Aufgabe der Dena ist es, diese Potenziale zu heben. Gesellschafter der Agentur sind neben dem Bund die KfW Bankengruppe, Allianz, Deutsche Bank und DZ Bank.

Die Dena-Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass die Bereitschaft, Investitionen in die Energieeffizienz vorzunehmen, von der Größe eines Unternehmens abhängig ist. Während nur 75 Prozent der Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern an der Energieeffizienz gearbeitet haben, liegt der Wert in Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern bei 89 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit dem betrieblichen Energiemanagement. In 52 Prozent der größeren Betriebe gibt es ein solches Management. In den kleineren Unternehmen beträgt der Wert 28 Prozent.

65 Prozent der Unternehmen, die ihre Investitionen beziffern konnten, haben in den letzten Jahren zwischen 10 000 und 500 000 Euro in die Steigerung der Energienutzung investiert, 15 Prozent sogar über 500 000 Euro. Angesichts des vorhergesagten Anstiegs der Energiekosten dürften sich diese Investitionen rasch bezahlt machen: Die Dena verweist auf Studien, die von einem mittelfristigen Strompreisanstieg um mindestens 50 Prozent ausgehen, weil der Bau neuer Kraftwerke nicht schnell genug voran kommt und Strom aus alten, ineffizienten Kraftwerken teurer wird.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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