Kostensenkungen
Siemens streicht Jobs in der Diagnostiksparte

Siemens will mit Stellenstreichungen seine Problemsparte Diagnostik wieder wettbewerbsfähiger machen. Weltweit sollen knapp 15.000 Stellen abgebaut werden, sagte der Finanzchef von Siemens Healthcare.
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MünchenSiemens will die Problemsparte Diagnostik mit Kostensenkungen wieder auf die Erfolgsspur bringen und weltweit rund 1000 Jobs streichen. „Wir werden im Bereich Diagnostik sechs bis acht Prozent von weltweit annähernd 15.000 Stellen abbauen“, sagte der Finanzchef von Siemens Healthcare, Michael Sen, in einem Interview des Schweizer Blatts „Finanz und Wirtschaft“. Zusammen mit bereits angekündigten Jobkürzungen in Deutschland sollen in der Medizintechnik in den nächsten zwei Jahren 1400 bis 1600 Arbeitsplätze gestrichen werden; für das Segment arbeiten weltweit 51.000 Menschen.

Der Bereich kämpft mit Überkapazitäten im Markt. Zudem hat der Münchner Industrie- und Technologiekonzern hier vor dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftkrise gleich mehrere Übernahmen getätigt, die sich nachträglich als sehr teuer herausstellten. Das Wachstum ist Sen zufolge noch immer nicht zufriedenstellend und die Marge unter Druck. „Wir müssen handeln, werden das aber mit Bedacht tun. Nicht gespart wird in der Forschung und Entwicklung, deren Aufwendungen im laufenden Jahr steigen.“

Die Medizintechnik ist das kleinste der vier Siemens-Segmente und soll für 300 Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden. Konzernchef Peter Löscher hatte im November angekündigt, dass der Sektor umgebaut werde und dass dazu ein Stellenabbau in Deutschland zähle. Hier fielen in den nächsten zwei Jahren 400 bis 600 Arbeitsplätze im Geschäftsbereich Strahlentherapie weg, führte ein Sprecher am Mittwoch aus. Die betroffenen Mitarbeiter bekämen andernorts im Konzern einen Job angeboten. Siemens habe derzeit in Deutschland 3300 offene Stellen.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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