Kostensenkungsprogramm: Boeing stößt Betriebsteile ab

Kostensenkungsprogramm
Boeing stößt Betriebsteile ab

Im Rahmen seines Kostensenkungsprogramms verkauft der US-Flugzeugbauer Boeing wichtige Produktionsteile und erlöst daraus mehr als zwei Milliarden Dollar. Der Konzern will sich insgesamt stärker auf die Entwicklung und die Endmontage von Flugzeugen konzentrieren.

HB WICHITA. Die kanadische Investmentfirma Onex Corp. übernimmt die auf die Herstellung von Boeing-Flugzeugteilen ausgerichtete Wichita/Tulsa-Sparte der Boeing Commercial Airplanes für rund 900 Mill. Dollar in bar. Der Mischkonzern United Technologies und seine große Triebwerkstochter Pratt & Whitney kaufen zudem die Boeing-Raketentriebwerkssparte Rocketdyne Propulsion & Power für rund 700 Mill. Dollar in bar. Dies haben die Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss mitgeteilt. Rocketdyne hat einen Umsatz von fast 700 Mill. Dollar. Sie stellt Raketentriebwerke für Atlas- und Delta-Raketen her. Rocketdyne war seit Jahrzehnten in großem Stil an den amerikanischen Raumfahrtprogrammen beteiligt.

Onex übernimmt auch bestimmte andere Verpflichtungen und schließt mit Boeing ein langfristiges Lieferabkommen ab. Die Sparte stellt teile für alle Boeing-Flugzeuge mit Ausnahme der auslaufenden 717- Maschine her. Sie wird auch Teile für die in der Entwicklung befindliche Boeing 787 Dreamliner liefern. Die Sparte verfügt über riesige Fabriken in Wichita (Bundesstaat Kansas) sowie in Tulsa und McAlester (beide Bundesstaat Oklahoma). Sie beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter und repräsentiert für Boeing jährliche Gesamtkosten von 2,2 Mrd. Dollar, die dann wegfallen.

Alan Mulally, der Chef der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte, verwies darauf, dass Boeing sich strategisch darauf konzentriere, groß angelegte Systemintegration zu betreiben. Dabei sei man am konkurrenzfähigsten. In anderen Worten: Boeing will Kosten sparen und immer mehr Flugzeugteile von Fremdanbietern kaufen. Das Unternehmen will sich somit auf die Entwicklung und Endmontage seiner Flugzeuge konzentrieren.

Onex, eine auf den Aufkauf und die Sanierung von Fremdfirmen spezialisierte kanadische Investmentfirma, will in den kommenden Jahren eine Milliarde Dollar in die Boeing-Sparte investieren. Sie soll in eine neue Gesellschaft eingebracht werden. Onex will sich auch um andere Kunden bemühen. Es kommt dabei nach Ansicht von Luftfahrtexperten auch Airbus in Frage.

Der Kauf der Flugzeugteile-Sparte soll im zweiten Quartal erfolgen. Die Transaktionen müssen von den US-Aufsichtsbehörden genehmigt werden. „Die neue Gesellschaft wird sich um neue Arbeit bei Boeing und außerhalb bemühen“, erklärte Nigel Wright, ein geschäftsführender Onex-Direktor. Dies bedeute mögliche zusätzliche Arbeitsplätze.

Die Flugzeugteile-Fabriken hatten unter dem massiven Auftragseinbruch für Boeing-Verkehrsflugzeuge der vergangenen Jahre gelitten und hatten Massenentlassungen vorgenommen. Onex hat seinen Sitz in Toronto und hat mit seinen operativen Tochterfirmen einen Umsatz von 16 Mrd. kanadische Dollar.

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