Kräftige Kapitalerhöhung soll Mitsubishi retten
Das teure Sorgenkind aus Tokio

Die Verhandlungen über die Rettung von Sorgenkind Mitsubishi Motors (MMC) gehen in die Endphase. Nachdem der von Jürgen Schrempp entsandte Smart-Chef Andreas Renschler unterschiedlich teure Sanierungsszenarien für den viertgrößten Autobauer Japans auf den Tisch gelegt hat, geben auf dieser Grundlage nun die Finanzen den Ausschlag über den genauen Sanierungsweg. Je mehr Geld, desto mehr könne auch umstrukturiert werden, heißt es in Tokio.

TOKIO. MMC, der derzeit einzige in roten Zahlen steckende Autohersteller Japans, braucht angesichts hoher Schulden und Verluste dringend Geld, um die Entwicklung geplanter neuer Modelle sowie die bevorstehenden Umstrukturierungen zu finanzieren. Eine Kapitalerhöhung von bis zu 300 Mrd. Yen oder 2,4 Mrd. Euro scheint derzeit am wahrscheinlichsten. Hinzu könnten neue Kredite, Schuldenerlasse, die Ausgabe von Anleihen oder andere Möglichkeiten kommen, mit denen auch von institutionellen Investoren Geld eingesammelt wird.

Dabei könnte Daimler-Chryslers Anteil an der Kapitalerhöhung auf die Hälfte steigen. Die Stuttgarter halten als größter Anteilseigner zwar nur 37 %, doch die anderen Eigentümer aus der Mitsubishi- Gruppe drängen die Deutschen, einen höheren prozentualen Anteil zu übernehmen. Sie rechnen damit, dass Daimler- Chrysler mit der Sanierung Mitsubishi noch stärker an sich bindet. Der Plan des so gut wie designierten neuen MMC-Chefs Renschler sieht eine engere Zusammenarbeit mit Chrysler vor, um Synergien zu steigern. Zudem soll die Produktion in Japan, den USA und Australien Berichten zufolge gestutzt werden, während das profitable Geschäft in Asien, vor allem in China, ausgebaut werden soll.

Da das Kapital für MMC über stimmlose Vorzugsaktien erhöht werden soll, würde Daimler auch bei einem größeren Anteil an der Kapitalerhöhung nicht das Risiko eingehen, MMC mit seinen hohen Schulden und Verlusten in die Bilanz integrieren zu müssen, heißt es in Unternehmenskreisen. Erst Ende vergangener Woche hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit von MMC auf „B-“ herabgestuft. Das dürfte die Suche nach weiteren Investoren für frisches Geld nicht einfacher machen.

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