Kräftige Zuwachsraten
Elektroindustrie schraubt Erwartungen hoch

Dank boomender Nachfrage aus dem In- und Ausland erfreut sich die deutsche Elektroindustrie über höhere Umsatzzahlen als erwartet. Die zweitgrößte Industriebranche Deutschlands verdoppelte ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr. Das stabilisiert auch die Lage der Arbeitnehmer.

HB FRANKFURT. Man erwartet nun ein Umsatzplus von 5 Prozent auf 173 Milliarden Euro, wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie am Mittwoch mitteilte. „Schnell wachsende Auftragseingänge aus dem In- und Ausland sowie eine moderate Erholung im Inland erlauben diese positivere Einschätzung“, erklärte ZVEI-Hauptgeschäftsführer Gotthard Graß.

In den ersten vier Monaten diesen Jahres zogen die Umsätze der Branche um gut sechs Prozent auf 55,7 Milliarden Euro an. Der Auftragseingang lag allein im Mai laut ZVEI um 16 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für die ersten fünf Monate ergibt sich ein Zuwachs bei den Bestellungen von fast zwölf Prozent. Grass wies allerdings auch darauf hin, dass die Branche im vergangenen Jahr sehr schwach gestartet war.

Die gute Entwicklung macht sich auch bei der Beschäftigungslage bemerkbar. Dem Verband zufolge hat sich die Zahl der Arbeitsplätze in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie bei rund 800.000 Beschäftigten stabilisiert. Die Zahl der Kurzarbeiter sei mit nur noch gut 7.000 auf einen Tiefstand in dieser Dekade gesunken.

Wachstumsträger wird laut Grass in diesem Jahr erneut das Auslandsgeschäft sein mit voraussichtlich plus sechs Prozent. Seit Jahresbeginn legten die Exporte um fast elf Prozent auf 47 Milliarden Euro zu, und erreichten damit eine Rekordmarke. Erstmals seit 2.000 rechnet der ZVEI aber auch wieder mit einem leicht wachsenden Inlandsmarkt und zugleich kräftig wachsenden Importen. Mit einem Plus von über 20 Prozent auf mehr als 40 Milliarden Euro haben die Elektroeinfuhren in den ersten vier Monaten ebenfalls eine Bestmarke erreicht.

Für 2007 erwartet der ZVEI allerdings eine geringere Wachstumsdynamik. Das ergebe sich aus der absehbaren Abflachung der internationalen Wachstumsraten und „politischen Bremsmanövern“ in Deutschland. Graß forderte die Bundesregierung auf, mit mehr Entschlossenheit an Weichenstellungen zu gehen, die für eine Fortsetzung des Aufschwungs unverzichtbar seien. Als ein Beispiel nannte der ZVEI-Hauptgeschäftsführer die Reform der Unternehmensbesteuerung.

Grass zufolge wird der Schwung bereits im zweiten Halbjahr 2006 deutlich nachlassen. Grund sei diesem Fall vor allem ein statistischer Effekt. Den Angaben zufolge war das zweite Halbjahr 2005 deutlich stärker ausgefallen als die ersten sechs Monate des vergangenen Jahres.

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