Kräftiges Gewinnplus
Platz da - hier kommt Daimler

Die Erwartungen waren hoch, der Stuttgarter Autobauer hat sie noch übertroffen. Allerdings gibt es auch Schattenseiten in der Quartalsbilanz - die Börse reagiert wenig begeistert.
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StuttgartDaimler hat noch besser verdient als erwartet, die Investoren aber dennoch nicht überzeugt. Wie der Konzern mitteilte, legte der operative Gewinn (Ebit) im zweiten Quartal um 23 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu und damit stärker als von Analysten vorhergesagt. Auch das Konzernergebnis habe mit 1,7 Milliarden Euro einen Rekord verzeichnet. „Mit unserem exzellenten ersten Halbjahr liegen wir voll auf Kurs, 2011 zu einem der erfolgreichsten Jahre unserer langen Unternehmensgeschichte zu machen", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche.

Infolge des guten Geschäftsverlaufs hob der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr an: Das Betriebergebnis werde "sehr deutlich" über dem Niveau des Vorjahres liegen, teilte Daimler mit. Bislang hatte das Management lediglich von einem deutlichen Anstieg gesprochen.

Doch die Bilanz zeigte auch Schwächen: Der Umsatz stieg zwischen April und Juni um fünf Prozent auf 26,3 Milliarden Euro und verfehlte damit die Schätzungen deutlich. Der Kurs der Aktie gab zum Handelsbeginn rund zwei Prozent nach und notierte zuletzt noch 0,7 Prozent im Minus. „In der inzwischen sehr anspruchsvollen Autobranche reicht das, um die Aktien ins Wanken zu bringen“, sagte ein Händler.

Die Kernsparte Mercedes Benz Cars entwickelt sich dank des starken Exportgeschäfts weiter gut. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz der Marke um vier Prozent auf 14,6 Milliarden Euro, mit einer Umsatzrendite von 10,7 Prozent erreichte sie einen neuen Rekord und erfüllte die Zielvorgabe Zetsches von zehn Prozent im Jahr 2013 bereits jetzt problemlos.

Daimler hatte bereits vor einigen Wochen mitgeteilt, in der ersten Jahreshälfte weltweit so viele Autos verkauft zu haben wie noch nie: Der Absatz kletterte um knapp zehn Prozent auf 610.531 Fahrzeuge, vor allem die Nachfrage nach den Mittelklasse-Modellen und Geländewagen des Konzerns stieg. Allerdings legten die heimischen Rivalen BMW und Audi noch stärker zu und verwiesen die Stuttgarter damit auf den dritten Platz der deutschen Premiumhersteller. Im Gesamtjahr will Daimler mindestens 1,35 Millionen Autos verkaufen, nach 1,28 Millionen im vergangenen Jahr.

Vor allem die Käufer in China und anderen aufstrebenden Schwellenländern greifen bevorzugt nach deutschen Autos. Um der schnell zunehmenden Bedeutung des Marktes gerecht zu werden, hat Daimler erst vor kurzem in Peking sein weltweit fünftes Designzentrum eröffnet. Zudem erholt sich der in den vergangenen Jahren gebeutelte US-Markt zügig.

Auch die Nachfrage nach Lkw zieht weltweit an, die Stuttgarter sind auf dem Gebiet Marktführer. Der Umsatz des Geschäftsbereichs legte um 14 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu. Vor allem in Europa und den USA seien die Verkäufe angezogen, in Asien gab es dagegen ein sattes Minus. Daimler begründete das mit den Folgen der Tsunami-Katastrophe in Japan. Die Sparte erreichte eine Umsatzrendite von 7,1 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

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  • Der Auftritt dieser Firma sollte schweigend sein. Die Produkte sollten in den Vordergrund treten. Staunen sollte über diese sollte angesagt sein. Aber das war einmal. Die Marke ist nicht mehr das, was sie einmal war. Kaufleute haben das Sagen. Seit oben kein Konstrukteur mehr anzutreffen ist, ist der Ruf dahin. Rost und nochmals Rost steht bei den Fahrzeugen im Vordergrund. Für eine halbe Milliarde werden Lackstraßen gebaut, aber keine Verzinkungsanlage ob LKW oder PKW. Es wird sich nichts ändern, da man von Vorstandsseite sagt, der Kunde möge gefälligst nach 4 Jahren einen Neuen kaufen. Die Arroganz kennt keine Grenzen. Und dann die Preise. Die Fahrzeuge sind es nicht mehr wert. Betrachtet man VW, welchen Sprung die in der Qualität gemacht haben. Winterkorn und Piech beide Autobosse reinsten Wassers. Viele gehen von Mercedes weg, ich auch.

  • Bei der relativen Werteentwicklung sollte die Ordinate schon richtig beschrieben werden.
    Wer weiß, ob es sich um Prozente oder Steine handelt.

  • Beeindruckt mich nicht im geringsten. Wenn ich das lese...särkste C-Klasse aller Zeiten, neuer SUV (M-Klasse). Applaudieren würde ich bei Schlagzeilen wie: "C-Klasse mit Elektroantrieb steht bei den Händlern", "Verkauf der A-Klasse Elektro erreicht neue Rekordzahlen" oder "Neues Modell der E-Klasse mit Elektroantrieb stellt Reichweitenrekord auf" !!!!!! Das Pferd ist tot, also reiten wir es weiter. Die Asiaten werden uns bald am Nasenring durch die Manege führen...

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