Kraftstoffverbrauch
US-Umweltauflagen bringen deutsche Autobauer auf die Palme

Mit einer neuen Umweltvorgabe will die US-Regierung den Spritverbrauch halbieren. Doch die deutschen Autobauer weigern sich, die Übereinkunft zu unterzeichnen. Vorher müsse die US-Regierung Dieselmotoren stärker fördern.
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Washington/HamburgVolkswagen und Daimler streben Änderungen an den geplanten Umweltvorgaben der US-Regierung an. Die Autobauer weigern sich bislang, eine Übereinkunft zu unterzeichnen, mit der Washington den Spritverbrauch der Autos langfristig halbieren will. „Die Regierung hat gute Arbeit gemacht. Aber es gibt Raum und Bedarf für Verbesserungen, um faire Wettbewerbsbedingungen für alle Autobauer für diese herausfordernden Ziele zu schaffen“, sagte VW-US-Chef Jonathan Browning. Auch die Nobelmarke Mercedes-Benz von Daimler ist dem Abkommen nicht beigetreten. Nach Ansicht der beiden deutschen Hersteller werden ihre US-Rivalen durch die neuen Regeln begünstigt.

BMW erklärte, man habe bereits im Sommer Unterstützung für die Regierungspläne signalisiert, wolle die einzelnen Punkte des Gesetzentwurf aber zunächst prüfen. Grund für die Weigerung von VW und Daimler ist, dass Dieselkraftstoff aus ihrer Sicht darin nicht ausreichend berücksichtigt wird. Beide haben - wie andere europäische Autobauer auch - den Verbrauch und damit den Schadstoffausstoß von Dieselautos in den vergangenen Jahren drastisch gesenkt und hoffen auf einen Durchbruch dieser Technik auch in den USA. Dort wird Diesel bisher erst von einer Minderheit getankt, die meisten Autos fahren mit Benzin.

In den USA verkauft Volkswagen seit Kurzem eine speziell auf den Geschmack der Amerikaner abgestimmte Version des Mittelklassewagens Passat. Eigens für den US-Passat wurde in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee ein neues Werk eröffnet. Dank dieses Modells und des nicht minder erfolgreichen Jetta sprang der Absatz von VW im Oktober um 40 Prozent nach oben. Das war der größte Zuwachs unter den Herstellern in Amerika im vergangenen Monat. Der Dieselanteil von VW in den USA liegt den Angaben zufolge bei 23 Prozent.

Mit dem Absatzplus arbeitet sich die Marke aus der Nischenrolle heraus, in die sie in den vergangenen Jahren geraten war. Um - wie von Konzernchef Martin Winterkorn geplant - in einigen Jahren an die Weltmarktspitze vorzurücken, muss Europas größter Autobauer auch auf dem wichtigen US-Markt deutlich mehr Autos verkaufen.

VW zeigte sich zuversichtlich, dass das Regierungsvorgaben ergänzt werden. Aus Sicht der Wolfsburger werden die in den USA besonders beliebten Pick-ups begünstigt, wovon vor allem die großen US-Hersteller General Motors, Ford und Chrysler profitieren. „Wir wissen nicht, ob Änderungen vorgenommen werden, aber wir hoffen, dass unser Sicht berücksichtigt wird“, sagte der Justiziar des VW-Konzerns in den USA, David Geanacopoulos, zu Reuters.

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