Kraftwerke-Vorstand Jobs fürchtet steigende Strompreise
RWE kritisiert Klimapläne der EU

Die ehrgeizigen Pläne der EU-Kommission im Klimaschutz stoßen in der deutschen Energiewirtschaft auf scharfe Kritik. RWE -Kraftwerkechef Ulrich Jobs sagte, das Vorhaben gefährdete die Rentabilität der Kohlekraftwerke und damit die Versorgungssicherheit.

BERLIN. "Zu ehrgeizige Ziele können den Weg so steil machen, dass uns die Luft ausgeht, aber gerade beim Klimaschutz brauchen wir einen langen Atem", sagte Jobs am Donnerstag auf der Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft. Gleichzeitig warnte er vor hohen Kosten.

Die EU-Kommission hatte gestern ihre Pläne vorgestellt, um den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 bis 2020 drastisch zu senken. Die Energieversorger und die energieintensive Industrie sollen ihre Emissionen verglichen mit 2005 um weitere 21 Prozent verringern. Auf die Stromproduzenten kommen dabei milliardenschwere Kosten zu, weil sie die benötigen Emissionszertifikate ab 2012 komplett ersteigern müssen.

"Bleibt es dabei, sind die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Kohleverstromung gefährdet", warnte der RWE -Manager. Neuinvestitionen in Braunkohlekraftwerke wären dann in Deutschland nicht mehr möglich. Die Folgen wären höhere Strompreise und eine Produktionsverlagerung ins Ausland. "Klimaschutz darf nicht die einzige Leitlinie der Politik sein, sondern muss immer im Kontext mit Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gesehen werden", fordert Jobs.

Konsequenzen kündigte Alfred Tacke an, Geschäftsführer des Stromerzeugers Evonik Steag: "Wir planen nach 2012 keine Großkraftwerke in Deutschland mehr - wir sehen uns darin durch die Pläne der EU-Kommission bestätigt." Die Kosten für den Betrieb von Steinkohlekraftwerke könnten sich verdoppeln. Tacke sieht im Gegensatz zur RWE AG, die bereits eine großes Demonstrationskraftwerk plant, auch keine Zukunft für die Entwicklung von CO2-freien Kohlekraftwerken. Die Kosten seien zu hoch, die Akzeptanz und die Effizienz zu gering. Evonik will nach Tackes Worten vielmehr im Ausland investieren und setzt in Deutschland auf den Ausbau des Geschäfts mit erneuerbaren Energien.

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