Die berühmteste Pannenfirma der Welt

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Schaden für das neue Image

In den vergangenen 20 Jahren bekam das Image von Tepco jedoch immer neue Schläge ab. So richtig erzürnt war die Öffentlichkeit 2002, als ein gigantischer Korruptionsskandal ans Licht kam. Tepco hatte in den 16 Jahren zuvor systematisch die Kontrolleure von Atomkraftwerken bestochen, damit diese über Mängel hinwegsehen. Dabei handelte es sich um Haarrisse in Rohren, mangelnde Wandstärken von Druckbehältern - insgesamt mindestens 200 Fälle.

Zur Vertuschung kommt eine lange Reihe von erschütternden Skandalen und Unfällen. Zwei davon ereigneten sich 1978 und 1998 im Kernkraftwerk Fukushima - und beide gehen auf eine unsichere Bauweise zurück: Die Steuerstäbe rutschten nach unten aus dem Reaktor heraus, so dass eine Kettenreaktion einsetzte. In den meisten anderen Reaktortypen liegen die Steuerstäbe ohnehin über dem Reaktor, so dass die Schwerkraft sie im Notfall hineinfallen lässt - und sie nicht, wie bei Tepco, versehentlich unten herausrutschen können.

Doch Tepco wuchs und wuchs. Das Unternehmen hatte von der japanischen Regierung dern Auftrag erhalten, den Ausbau der Kernkraft voranzutreiben - und das tat es mit Freude, denn dabei kamen immer höherere Umsätze und Gewinne heraus. Da im Großraum Tokio inzwischen ein Viertel der japanischen Bevölkerung wohnt, die zudem einen Großteil der Wirtschaftsleistung erbringt, spielt Tepco auch weltweit ganz vorne mit. Das Unternehmen ist der weltweit viertgrößte Stromversorger nach EDF,Eon und RWE.

Tepco hat auch den Ruf, eine ganz besonders schlechte Informationspolitik zu betrieben. "Wir stellen hier immer Fragen, aber die weichen immer aus. Ehrliche Formulierungen scheinen für diese Leute Tabu zu sein", berichtet ein Reporter des Fernsehsender "Asahi Television" von einer Tepco-Pressekonferenz in Tokio. Schon nach einer nur knapp vermiedenen Katastrophe vor zwei Jahren kritisierte der damalige japanische Premier das Unternehmen für "Verschleppung der Offenbahrung wichtiger Fakten".

Der Erfolg ist dennoch sicher

Doch als Versorger von 23 Millionen Haushalten im Großraum Tokio kann sich Tepco langfristig weiterer Erfolge sicher sein. Die jungen Japaner ziehen weiterhin ins Zentrum des Landes, um dort den Erfolg zu suchen. Die Kunden haben - anders als in Deutschland - keine Alternative. Und das Japan als eines der ersten Länder auf elektrischen Straßenverkehr umsteigen will, erwarten Experten einen weiter steigenden Strombedarf. Die Öffentlichkeit kann über das Skandalunternehmen also noch so motzen - es bleibt ihr erhalten. "Wir würden unsere Kernmeiler besser von den Qualitätsfanatikern bei Toyota betreiben lassen", scherz ein Branchenkenner.

  • 15.03.2011, 15:14 UhrAnonymer Benutzer: Buerger-2

    Der Betreiber der Atomkraftwerke in Fukushima hat den Profit auf Kosten der Sicherheit erhöht.Wie kann es sein das alle anderen Kraftwerke in Japan das Erdbeben und die Flutwelle ohne solche Probleme überstanden haben ? Vielleicht ist die in Fukushima installierte Technik nicht auf den Stand einer großen Industrienation, was die Vorgänge erklären könnte. Jetzt kann man verstehen, warum Inspektionen vom Ausland nicht zugelassen wurden. Ich hoffe das in Europa die Staaten Ihre Automkraftwerke besser abgesichert haben, denn auch bei uns wird nur das notwendigste getan um wettbewerbsfähig zu sein.
    Vermeiden kann man in Europa solche Probleme nur durch ein gültiges EU Gesetz oder Stillegung aller Atomkraftwerke in Europa , was aber in vielen Ländern in den nächsten Jahrzent nicht machbar ist.
    Nur Aktivitäten (Stilllegungen) in Deutschland schützen uns nicht. Frankreich,Polen,Tschechien,... sind zu nah.

    Hierhat keine Regierung einschließlich Rot-Grün etwas getan.




  • 15.03.2011, 12:12 UhrAnonymer Benutzer: Wolfi

    da gibts nur noch eins für das Management: Seppuku !!!

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