Kranbauer
Demag Cranes meistert die Flaute

Die Wirtschaftsflaute ist nun auch beim bislang weitgehend verschont gebliebenen Kranbauer Demag Cranes angekommen: Die Auswirkungen im ersten Geschäftsquartal fielen allerdings moderat aus.

HB DÜSSELDORF. Bei Demag Cranes musste lediglich die Hafentechnologie Einbußen hinnehmen, während die Industriekrane und das Servicegeschäft sich fast durch die Bank verbesserten. Demag Cranes trennte sich daraufhin in der Problemsparte von 150 Leiharbeitern, zumal hier die Aussichten auch im weiteren Jahresverlauf nicht rosig seien. Eine Prognose für den Gesamtkonzern traute sich Vorstandschef Harald Joos am Dienstag in Düsseldorf aber nicht zu. Die Unwägbarkeiten seien zu groß. "Der Vorstand möchte zunächst den Verlauf des zweiten Geschäftsquartals abwarten."

Die Aufträge gingen im ersten Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent auf 281,3 Mio. Euro zurück. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang von 7,7 Prozent gerechnet. Während die Industriekrane und insbesondere die Services mehr Bestellungen erhielten, brachen sie bei der Hafentechnologie um weit mehr als ein Drittel ein. "Rückläufige Frachtraten auf den Hauptcontainerrouten aufgrund zurückgehender Nachfrage sowie die Verschiebung von Großprojekten und Investitionsentscheidungen bestimmen das Marktumfeld", hieß es. "Dies wird unser Geschäft im Segment Hafentechnologie im laufenden Geschäftsjahr negativ beeinflussen."

Auch der Umsatz der kleinsten der drei Sparten ging bereits leicht zurück. Konzernweit konnte er dagegen getragen durch die beiden größeren Bereiche noch um 4,1 Prozent auf 303,0 Mio. Euro zulegen. Beim Gewinn ergab sich nahezu das gleiche Bild: Die Hafentechnologie büßte um fast die Hälfte ein, die Industriekrane rissen es aber heraus, so dass das operative Ergebnis letztlich noch um 1,9 Prozent auf 30,5 Mio. Euro stieg. Unterm Strich verbesserte sich Demag Cranes um 3,0 Prozent auf 18,2 Mio. Euro. Die Finanzierung des Unternehmens sieht der Vorstand angesichts bestehender Kreditlinien bis Mitte 2011 gesichert.

Die Zahlen fielen zwar insgesamt besser als von den Analysten erwartet, allerdings hatte ein Konkurrent die Marschrichtung vorgegeben: Konecranes hatte bereits in der vergangenen Woche für Erleichterung gesorgt mit der Annahme, im ersten Halbjahr etwa genauso viel Geschäft zu machen werden wie vor einem Jahr. Die Marge sehen die Finnen nur leicht sinken. In anderen Maschinenbau-Zweigen waren die Aufträge dagegen zuletzt um bis zu 50 Prozent zurückgegangen, rote Zahlen sind keine Seltenheit mehr.

Überraschend war bei Demag Cranes nun vielmehr, dass die Hafentechnologie bereits so stark in den Sog der Flaute geraten ist. Eigentlich ist dies neben dem Servicegeschäft der Hoffnungsträger des Unternehmens. Die Düsseldorfer sind der weltgrößte Hersteller von Hafenmobilkränen, die Container an Land bewegen, und hatten in der Vergangenheit massiv vom blühenden Welthandel profitiert. Eigentlich gelten die Industriekrane, die in Fabrikhallen eingesetzt werden, als das zyklischste Geschäft von Demag Cranes. Hier konnten aber bislang die Schwellenländer ein Abrutschen verhindern, wie es hieß. Die Services sieht der Vorstand als sichere Bank an, "weil die Anlagen im Interesse der Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit nach wie vor gewartet werden müssen."

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