Krankenkassen wollen im kommenden Jahr eine Milliarde Euro einsparen
Neue Festbeträge bewegen den Pharmamarkt

Die neuen Höchstgrenzen für die Erstattung von Arzneimitteln (Festbeträge) werden im kommenden Jahr für Bewegung auf dem deutschen Pharmamarkt sorgen. Vor allem einige Originalhersteller müssen mit zusätzlichen Einbußen rechnen.

FRANKFURT/M. Dagegen kann die Generikabranche aus Sicht von Analysten zumindest auf eine gewisse Entlastung hoffen, wenn der bisherige Zwangsrabatt von 16 Prozent entfällt. Diese Tendenz zeichnet sich ab, nachdem der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) die ersten Preisvorschläge für die neuen Festbetragsgruppen publizierte. Besonders stark dürfte insbesondere der US-Konzern Pfizer mit seinem Spitzenprodukt, dem Cholesterinsenker Sortis (Lipitor), betroffen sein. Denn die vorgeschlagenen Höchsterstattungspreise für Cholesterinsenkende Medikamente liegen um rund ein Drittel unter dem bisherigen Preis von Sortis. Pfizer will mögliche Einbußen bislang nicht beziffern. Branchenkenner gehen jedoch davon aus, dass der Konzern bei diesem umsatzstärksten Medikament auf dem deutschen Markt etwa 130 Mill. Euro Umsatz verlieren wird.

Keine Zusatzbelastung gegenüber dem bisherigen Zwangsrabatt erwartet dagegen die Bad Homburger Altana AG, deren Hauptprodukt, das Magenmittel Pantoprazol, ebenfalls in eine Festpreisgruppe einbezogen wurde. Der Vorschlag der BKK sieht hier eine Absenkung der Preise um etwa 13 Prozent vor.

Die neuen Festbetrags-Regelungen sollen ab 2005 die bisherigen Zwangsrabatte ablösen. Dennoch sind die Pläne heftig umstritten, weil damit erstmals seit Anfang der 90er Jahre wieder einheitliche Höchstpreise für patentfreie und patentgeschützte Produkte etabliert werden. Aus Sicht der forschenden Pharmahersteller wird damit der Patentschutz konterkariert und der Forschungsstandort geschwächt. Unmittelbar betroffen von der Einbeziehung patentgeschützter Mittel sind neben Pfizer und Altana unter anderem die Firmen Astra-Zeneca, Novartis, Sanofi und Boehringer.

Die ersten Festpreisgruppen wurden wie von der Branche erwartet für Medikamente gebildet, die besonders häufig verordnet werden. Dazu zählen Magenmittel auf der Basis säurehemmender Wirkstoffe, bestimmte Blutdrucksenker, Migränemittel aus der Wirkstoffgruppe der Triptane sowie die Blutfettsenker aus der Gruppe der Statine.

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