Krankenversicherungen
Klagen verzögern AOK-Rabattverträge

Mit ihrer Ausschreibung über Rabattverträge hat die AOK einen Bieterstreit unter den Pharmaherstellern entfacht. Ob das Projekt aber pünktlich zum 1. März starten kann, ist längst nicht klar. Die Industrie hält den Termin wegen der noch laufenden Gerichtsverfahren für nicht mehr haltbar.

FRANKFURT. Der zum 1. März 2009 geplante Start der AOK-Rabattverträge wird sich aller Voraussicht nach verzögern. „Der Termin ist allein wegen der rechtlichen Unwägbarkeiten nicht zu halten“, sagte Peter Schmidt, Geschäftsführer des Verbandes Pro Generika, dem Handelsblatt. Die AOK will durch die Rabattverträge mit Generikaherstellern eine möglichst günstige Versorgung ihrer Versicherten mit patentfreien Nachahmermedikamenten erreichen.

Zur Zeit laufen noch 16 Klagen gegen die Ausschreibung, wie die Krankenkasse bestätigte. In den vergangenen Wochen hatte die AOK einige gerichtliche Etappensiege verbucht. Offiziell hält Christopher Herrmann, der stellvertretende Vorsitzende der AOK-Baden-Württemberg, deshalb an dem Starttermin der Rabattverträge in drei Wochen fest. Auf der Handelsblatt-Pharmatagung vergangene Woche räumte er aber ein, dass er den Apothekern „keine Sicherheit“ geben könne, welche Nachahmermedikamente sie ab März für die AOK-Patienten bereithalten sollen.

Vertreter der Generikaindustrie halten eine Umsetzung frühestens im April oder Mai für realistisch, wenn Vorlaufzeiten wie für die Einlistung in die Apotheken berücksichtigt würden. Das spielt den Herstellern von Nachahmermedizin in die Hände, deren Medikamente jetzt noch an AOK-Patienten abgegeben werden dürfen.

Es geht um stattliche Millionenbeträge, denn die 63 Wirkstoffe, für die die AOK Rabattverträge ausgeschrieben hat, standen 2007 zu Apothekenabgabepreisen für rund 2,2 Milliarden Euro Umsatz. Das entsprach damals rund einem Drittel des gesamten Generikaumsatzes in Deutschland. Zu Herstellerabgabepreisen gerechnet beläuft sich das Volumen der Ausschreibung laut Brancheninformationen auf rund 900 Mio. Euro.

Die AOK hatte die Rabattverträge für günstige Nachahmermedizin im vergangenen August ausgeschrieben. Insgesamt gibt es 315 sogenannte Lose, die sich auf jeweils 63 Wirkstoffe in fünf auf die Bundesrepublik verteilte Regionen beziehen. Sie sollen bis Ende 2009 gelten.

Innerhalb der Frist waren bei der AOK 70 Angebote eingegangen. Anfang Dezember wurden die ersten Bieter über Zuschläge informiert. Pharmahersteller, die im Ausschreibungsverfahren nicht zum Zuge gekommen waren, hatten daraufhin Nachprüfungsanträge gestellt und die AOK-Ausschreibung damit vorläufig gestoppt.

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