Den traditionsreichen Namen Krauss Maffei nutzen neben dem Maschinenbauer heute noch zwei andere Firmen: die Lokomotivenherstellung von Siemens sowie der Wehrtechnikanbieter Krauss Wegmann. -Maffei Die drei Firmen arbeiten im Norden von München in unmittelbarer Nachbarschaft. Mit Siemens
teilt sich Krauss Maffei nicht nur die Kantine, sondern auch einige Werkhallen. Zudem arbeiten die Unternehmen in der Ausbildung der Lehrlinge zusammen.
Die gemeinsamen Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1838, als die Lokomotivfabrik J.A. Maffei in München gegründet wurde. 1931 ging Maffei mit der Firma Krauss & Comp. zusammen. In den 50er Jahren stieg der Konzern dann ins Geschäft mit Kunststoffmaschinen ein.
Krauss Maffei sieht sich heute weltweit als größter Anbieter von Plastikmaschinen. Mit einigem Abstand folgen Japan Steel Works sowie die kanadische Husky. Wichtigster europäischer Wettbewerber ist das österreichische Familienunternehmen Engel. Der Markt wächst jedes Jahr um vier bis fünf Prozent, wobei Krauss Maffei laut Straub stets stärker zulegen möchte. Das Geschäft wird einerseits getrieben durch den steigenden Wohlstand in Schwellenländern. In China und Indien nutzen die Menschen jetzt zunehmend Plastik im täglichen Leben. Darüber hinaus werden Kunststoffe immer öfter eingesetzt, um das Gewicht zu drücken, zum Beispiel in Autos. Um die dafür nötigen Bauteile zu fertigen, brauchen die Anbieter neue Maschinen, wie sie Krauss Maffei produziert.
Auch im wirtschaftlich florierenden Osteuropa steigen die Umsätze kräftig. "Die letzten Jahre sind wir dort um jeweils mehr als 15 Prozent gewachsen", so Straub. Mit dem neuen Entwicklungszentrum in der Slowakei rücke Krauss Maffei jetzt näher an die Kunden in der Region heran.
Und noch ein Vorteil hat der Standort: Die Löhne sind wesentlich niedriger als am Stammsitz in München - und werden es auf absehbare Zeit auch bleiben. Schon heute fertigt Krauss Maffei mit mehr als 100 Leuten Schaltschränke in Martin, einem Ort in der Nähe der neuen Niederlassung.
Ein Jobabbau in der Heimat steht dennoch nicht zur Diskussion: Von den derzeit rund 4 000 Mitarbeitern arbeiten die meisten in Deutschland und bei der Tochter Netstal in der Schweiz.

