Krauss-Maffei-Wegmann plant Lieferung
US-Army schielt auf deutsche Panzerwagen

Der Münchener Panzerhersteller Krauss-Maffei-Wegmann plant den Eintritt in das Geschäft mit der Army. Das war Ausländern bislang so gut wie verschlossen. Doch den amerikanischen Herstellern gelingt es nicht, die US-Soldaten in Afghanistan und dem Irak wirkungsvoll zu schützen. Die Deutschen hingegen haben die passenden Fahrzeuge im Angebot.

MÜNCHEN. „Wir sind in sehr konkreten Gesprächen mit mehreren amerikanischen Unternehmen über eine Kooperation“, sagte KMW-Geschäftsführer Frank Haun dem Handelsblatt. „Das Interesse in Amerika an unseren Produkten wächst.“ Haun geht davon aus, dass die US-Armee in den kommenden Jahren rund 20 000 gepanzerte Fahrzeuge beschaffen wird. Die Streitkräfte haben nach den hohen Verlusten in Afghanistan und dem Irak dem Schutz ihrer Soldaten oberste Priorität eingeräumt, es mangelt aber weiter an voll gepanzerten Fahrzeugen. „Wir sind gut positioniert, unsere Technologie ist gefragt“, sagte Haun.

Mehr als die Hälfte der weltweiten Rüstungsgüter wird in den USA abgesetzt. Früher war das Geschäft für deutsche Firmen kaum zugänglich, mittlerweile öffnet sich der Markt: So verkaufte die EADS-Tochter Eurocopter im vergangenen Jahr 322 Hubschrauber an die US-Army, Airbus macht sich große Hoffnungen auf den Bau von Tankflugzeugen. KMW-Konkurrent Rheinmetall produziert in einem Gemeinschaftsunternehmen Munition für die US-Marines. Fahrzeuge haben die Deutschen noch nicht geliefert.

KMW bietet neben dem schweren Kampfpanzer Leopard mittlerweile eine ganze Palette von geschützten Fahrzeugen. Mit dem Ende des Kalten Krieges brach das Geschäft ein, die Belegschaft schrumpfte von 6 000 auf 3 000. Doch im vergangenen Jahr schaffte KMW 200 neue Jobs. 2006 wuchs der Umsatz um 70 Prozent auf 1 Mrd. Euro, und die Auftragsbücher sind mit Bestellungen über 3,5 Mrd. Euro gut gefüllt. „Wir planen auch für dieses Jahr eine Umsatzsteigerung im zweistelligen Prozentbereich, aber nicht so extrem wie im vergangenen Jahr“, sagte Haun. Ergebniszahlen nennt das familiendominierte Unternehmen traditionell nicht. Konkurrent Rheinmetall meldete für das erste Quartal ein Umsatzwachstum von 15 Prozent im Rüstungsgeschäft und hat Bestellungen über 2,8 Mrd. Euro in den Büchern.

Der Stammkunde liefert beste Referenzen. „Die Bundeswehr legt viel Wert auf den Schutz ihrer Soldaten“, sagte der KMW-Chef. Verkaufsschlager ist derzeit das gepanzerte Mehrzweckfahrzeug Dingo, das bislang als einziger Truppentransporter in der Nato die Explosion einer Panzermine aushält. Die Bundeswehr will insgesamt 350 der Wagen abnehmen, die speziell für gefährliche Auslandseinsätze konzipiert wurden und auf dem bekannten Unimog vom Mercedes-Benz basieren. „Wir liefern auf Wunsch des Ministers bereits 100 Dingos in diesem Jahr“, sagte Haun. Zudem habe Belgien 352 und Österreich 45 Stück bestellt. „Wir erwarten in diesem Jahr einen weiteren europäischen Kunden für den Dingo“, sagte Haun. Kommen noch mehr Bestellungen, will KMW die Dingo-Produktion von der Standmontage auf Fließbandproduktion umstellen.

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