Krebsmedikamente
Pfizer investiert in französische Biotech-Firma

Ein französische Biotech-Unternehmen wird künftig enger mit dem Pharmariesen Pfizer zusammenarbeiten. Die Amerikaner investierten 80 Millionen Dollar in Cellectis und hoffen auf einen Durchbruch in der Krebsbehandlung.
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LondonDer US-Pharmariese Pfizer wendet sich nach der gescheiterten Fusion mit dem britischen Rivalen AstraZeneca der französischen Biotech-Firma Cellectis zu. Die beiden Firmen vereinbarten die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Medikamenten für die Immuntherapie zur Krebsbekämpfung, wie Pfizer am Mittwoch bekanntgab. Die Suche nach Arzneimitteln zur Stärkung des Immunsystems für die Tumorbehandlung sind zur Zeit ein wichtiges Forschungsgebiet in der Pharmaindustrie. Auch bei AstraZeneca lockten Pfizer die vielversprechenden Krebsmittel in der Entwicklung. Die Briten lehnten das 118 Milliarden Dollar schwere Angebot von Pfizer jedoch ab.

Pfizer wäre eine große Übernahme im Ausland gelegen gekommen, weil der Konzern mehrere zehn Milliarden Dollar in der Kasse hat, die von ausländischen Töchtern verdient wurden. Wenn der Viagra-Hersteller dieses Geld in die USA zurückführt, werden hohe Steuern fällig.

Die mit Cellectis getroffene Vereinbarung sieht eine Zahlung von 80 Millionen Dollar vor, sowie die Finanzierung von Forschungskosten. Weiter soll die Biotechfirma für jedes entwickelte Mittel eine Zahlung von bis zu 185 Millionen Dollar und gestaffelte Anteile an künftigen Umsätzen erhalten. Pfizer werde zudem zehn Prozent an Cellectis durch die Ausgabe neuer Aktien übernehmen. Die Franzosen wollen einen Standort in den USA eröffnen, um enger mit den Pfizer-Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten. Erste klinische Studien für ein Mittel gegen Leukämie sind im kommenden Jahr geplant. Cellectis-Aktien schossen in Paris um rund 50 Prozent in die Höhe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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