Krebsmittel ist außerhalb der USA unter dem Namen "Mabthera" bekannt
Lonza soll für Genentech Blockbuster herstellen

Das Blockbuster-Medikament "Rituxan" geht im kommenden Jahr bei Lonza für das US-Biotechnologieunternehmen Genentech in Produktion. Mit der Auftragsvergabe will sich Genentech die eigenen Produktionskapazitäten freihalten.

HB ZÜRICH. Der Schweizer Spezialchemiekonzern Lonza hat vom US-Biotechnologieunternehmen Genentech einen langfristigen Auftrag zur Herstellung des Blockbuster-Medikamentes Rituxan erhalten. Lonza wird mit der Herstellung des Krebsmedikamentes für die Roche-Tochter Genentech im kommenden Jahr beginnen.

Mit dem Genentech-Auftrag sei das große Lonza-Werk in Portsmouth im US-Bundesstaat New Hampshire praktisch ausgelastet, teilte Lonza am Dienstag weiter mit. In Portsmouth würden bisher vor allem Produkte hergestellt, die sich in der klinischen Testphase III befinden, sagte ein Lonza-Sprecher. Ein Produkt, das schon auf dem Markt sei, sei berechenbarer und habe weniger Verzögerungen als Produkte in der Testphase.

Rituxan ist der US-Markenname für den Wirkstoff Rituximab. Außerhalb der USA wird Rituximab unter dem Namen Mabthera vertrieben. Genentech und Biogen vermarkten das Medikament in den USA, Roche im Rest der Welt. Das Medikament erzielte in den ersten neun Monaten 2003 einen Umsatz von rund zwei Milliarden sfr.

Die Lonza-Aktien kletterten bis am Mittag bei hohen Umsätzen um 5,7 Prozent auf 67 sfr. Analysten rechnen mit der kommerziellen Produktion des Medikaments durch Lonza ab 2005. Dies dürfte dem Unternehmen ab diesem Jahr finanzielle Stabilität verleihen. Lonza nannte keine finanziellen Einzelheiten der Vereinbarung. Wichtiger sei aber, dass sich Lonza mit der Vereinbarung als führender Biotechnologie-Hersteller etabliere, so Patrick Lambert von der Bank Pictet. Dies sei entscheidend, um zu weiteren Aufträgen zu kommen. Gegenwärtig seien über 400 Moleküle in der Biotechnologie-Pipeline.

Genentech habe die Produktion von Rituxan vergeben, um die eigene Kapazität für neue Medikamente frei zu machen, so die Analysten. So rechnet Genentech mit der Marktzulassung des Darmkrebsmedikamentes Avastin im ersten Quartal 2004.

Alexandre Pasini von Lombard Odier Darier Hentsch rechnet damit, dass Rituxan über 10 Prozent der freien Lonza-Kapazität füllen könnte. Er gab aber zu bedenken, dass Lonza sich bisher noch nicht dazu geäußert habe, wie Produktionsausfälle, die im Mai mit zu einer Lonza-Gewinnwarnung geführt hatten, kompensiert werden könnten. Zudem seien 40 Prozent des Lonza-Geschäfts zyklisch und hier sei bisher nur ein geringer Aufschwung sichtbar sei. Das kommende Jahr könnte für Lonza deshalb nochmals schwierig werden, so Pasini. Lonza erzielte 2002 mit Biotechnologie einen Umsatz von rund 400 Mill. sfr. Der Gesamtumsatz belief sich auf 2,54 Mrd. sfr.

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