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Kreditklemme: Deutsche Bank prophezeit einen Anstieg der Kreditkosten

Der Deutschland-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, sieht keine flächendeckende Kreditklemme - und trifft damit auf heftigen Widerspruch der deutschen Industrie. Etliche Verbände kritisieren die zaghafte Kreditvergabe und mahnen die Banken, ihrer gesellschaftlichen Pflicht nachzukommen.

Jürgen Fitschen rechnet mit einem Anstieg der Kreditkosten. Quelle: dpa
Jürgen Fitschen rechnet mit einem Anstieg der Kreditkosten. Quelle: dpa

BERLIN/FRANKFURT. Eine flächendeckende Kreditklemme ist nach Auffassung von Jürgen Fitschen, im Vorstand der Deutschen Bank für das Deutschland-Geschäft zuständig, für Unternehmen nicht in Sicht. Allerdings stelle sich die Finanzierungssituation bei den Unternehmen sehr unterschiedlich dar.

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"Die Spreizung innerhalb des Unternehmenssektors wird in diesem Jahr weiter zunehmen", sagte Fitschen anlässlich der Vorstellung der Studie "Die größten Familienunternehmen in Deutschland". Viele Unternehmen würden von Rekordergebnissen berichten, andere kämpften ums Überleben. Unterm Strich würden sich aber für die Unternehmen die Kreditkosten erhöhen, so Fitschen. In einer kürzlich veröffentlichten KfW-Studie schätzten 44 Prozent der befragten Unternehmen den Zugang zu Krediten schwieriger ein als im vergangenen Sommer. Und 75 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung beim Zugang zu Krediten.

Große Sorgen vor einer Kreditklemme hat dagegen der Vorsitzende des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, Martin Kapp. "Die Banken selbst wollen keinerlei Risiken eingehen und halten Kredite eher zurück", klagte er bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Frankfurt.

Werkzeugmaschinenhersteller mit Kunden in der Automobil- und Zulieferindustrie würden pauschal schlechter eingestuft, müssten höhere Informationsanforderungen erfüllen und bekämen schlechtere Konditionen. Er kritisierte die Finanzaufsicht BaFin, die besonders die Sparkassen unter Druck setze und eine strengere Kreditvergabe fordere. "Die Politik muss darauf drängen, dass die Finanzinstitute ihrer Pflicht nachkommen, die Wirtschaft mit Geld zu versorgen", sagte Kapp.

Bislang liegen keine konkreten Ergebnisse darüber vor, wie die großen Familienunternehmen sich in der Finanzmarktkrise geschlagen haben. Zumindest waren die Firmen mit einem starken Eigenkapitalpolster ausgestattet, als die Krise 2007 begann. Darüber gibt die Studie Aufschluss, die das Institut für Mittelstandsforschung im Auftrag der Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Bank erstellte.

Im Fokus standen dabei Familienunternehmen ab einem Umsatz von 50 Mio. Euro. Sie gelten dann als "Familienunternehmen", wenn maximal drei Familien mindestens 50 Prozent der Anteile halten.

Nach dieser Definition gibt es in Deutschland rund 2 700 Unternehmen. Diese würden zwar nur 0,1 Prozent der gesamten Firmen in Deutschland ausmachen, doch für 18 Prozent des Umsatzes stehen . Familienunternehmen waren 2007 besser mit Kapital ausgestattet als andere. Durchschnittlich kamen deutsche Unternehmen 2007 auf eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent, bei Familienunternehmen lag sie bei 31 Prozent

Auffallend ist die höhere Bedeutung des Bankkredits für Familienunternehmen als für andere Großunternehmen. Lag der Anteil dieser Finanzierungsart 2007 bei allen großen Unternehmen bei 6,3 Prozent, kommen die Familienunternehmen auf eine Quote 24,5 Prozent. "Familienunternehmen bevorzugen Bankdarlehen als traditionelle Finanzierungsart, wohingegen sie einer Aufnahme von Mezzaninekapital oder neuen Gesellschaftern mit Zurückhaltung begegnen", heißt es in der Studie.

Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses hält das auch im Nachhinein für gerechtfertigt. "Familienunternehmen wurde noch vor Jahren vorgeworfen, zu wenig am Kapitalmarkt zu agieren", sagte Kirchhoff. Aber gerade in der Finanzkrise gelte dies nun als erheblicher Vorteil gegenüber Publikumsgesellschaften.

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